Tomas Stanek

Verfolgung 1945

Die Stellung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (außerhalb der Lager und Gefängnisse)
Cover: Verfolgung 1945
Böhlau Verlag, Wien 2002
ISBN 9783205990659
Kartoniert, 261 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ins Deutsche übertraguen von Otfrid Pustejovski. Bearbeitet und teilweise übersetzt von Walter Reichel. Das Buch Verfolgung 1945 arbeitet erstmals von tschechischer Seite bisher nur ungenügend geklärte Fragen der Nachkriegsrepression gegenüber der so genannten staatlich unzuverlässigen Bevölkerung, also vor allem der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien auf. Im Zentrum stehen Begebenheiten, die sich in der Zeit von Mai bis Herbst 1945 zugetragen haben: "wilde" Vertreibungen, Abrechnungen, Fälle von brutalem Umgang mit Deutschen und Personen, die als Verräter und Kollaborateure ausgewiesen wurden (mit den Verhältnissen in den verschiedenen Lagern, welche in den böhmischen Ländern in den Jahren 1945 bis 1948 existierten, beschäftigt sich der Autor in einer eigenständigen Studie).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2002

Rezensent Friedrich Prinz erblickt in Tomas Staneks Buch über die Vertreibung der Sudetendeutschen ein "Standardwerk" von "richtungsweisender Qualität" mit einer "überwältigenden Fülle von hochinteressanten Originalzitaten". Wie Prinz darlegt, kann Stanek viele Details der Vertreibung sichtbar machen, zum Beispiel das unterschiedlich harte Vorgehen im amerikanischen beziehungsweise im sowjetischen Besatzungsbereich. Die Existenz und Wirksamkeit von Werwolfgruppen reduziere Stanek im Gegensatz zur damaligen Propaganda auf ein Minimum beziehungsweise entlarve sie als Phantom. Zudem arbeitet Stanek heraus, so Prinz, dass die Vertreibung der Deutschen nur sehr bedingt als eine allgemeine Bewegung beziehungsweise als spontane Volksrache angesehen werden kann, sondern dass sie staatlich geplant und ausgeführt war. Bei aller Klarheit und aller Detailfülle, die Staneks Buch nach Ansicht von Prinz auszeichnen, hätte sich Prinz bisweilen eine etwas "engere Verknüpfung des gesamten Schreckenszenarios mit der politischen Gesamtlage" gewünscht. Nichtsdestoweniger lobt er den Autor dafür, dass er sich mit "Mut, Energie und Genauigkeit" an dieses große Tabuthema der tschechischen Zeitgeschichte gewagt hat.
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