Tom Holland

Im Schatten des Schwertes

Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreichs
Cover: Im Schatten des Schwertes
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012
ISBN 9783608943801
Gebunden, 532 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Held. Niemand ahnte um die Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert, dass die Araber eine weltgeschichtliche Revolution herbeiführen würden. Ausgehend von den legendenumrankten Lebensbeschreibungen des Propheten, schildert der Autor das politische Wirken Mohammeds und der Kalifen bis zur Gründung Bagdads im Jahre 762. Im Zentrum stehen die geistig-politischen Umwälzungen und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Großmächten der damaligen Zeit. Zugleich spürt er den tiefer liegenden Gründen nach, warum und wie Mohammeds Offenbarungen in einem abgelegenen Winkel der damaligen Welt und seine unbedingte Forderung nach einer Unterwerfung unter Allah der menschlichen Zivilisation ein neues Gesicht gaben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2013

Stefan Weidner lässt kein gutes Haar an dieser Geschichte des frühen Islams. Zwar konzediert er, dass Tom Hollands Ansatz "durchaus brauchbar" sei, nicht die Geschichte einzelner Dynastien oder Königreiche in den Blick zu nehmen, sondern die großen politischen und religiösen Entwicklungen. Auch dass Holland die Herausbildung des Islams nicht auf Mohammed beschränkt, sondern auf die umayyadische und abbasidische Zeit ausdehnt, gesteht ihm Weidner als nicht falsch zu. Doch Hollands Hang zur Dramatisierung will ihm Weidner nicht durchgehen lassen, und auch nicht die Tatsache, dass er weder Arabisch spricht noch die deutsche Sekundärliteratur kennt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Zu den Aufgaben des Historikers gehört es laut Rezensent Andreas Kilb, verschüttete Zusammenhänge zwischen Politik und Religion wieder sichtbar zu machen. Dem Autor dieses Buches zur Entstehung des arabischen Weltreichs, Tom Holland, gelingt das laut Kilb recht gut. Dass Holland seine Erzählung aus Byzanz und Persien mitunter etwas kitschig gerät, kann der Rezensent verkraften, beschreibt ihm der Autor doch ansonsten so schwungvoll wie religionsgeschichtlich durchaus korrekt, wie der Islam sich aus den Scherben anderer Religionen nur mühsam und ohne quellenkritisch überprüfbare Grundlage entwickelte. Wenn der Autor hin und wieder spekuliert, weil die Quellen zu wenig hergeben, genießt Kilb eben die Abenteuergeschichte vom Ursprung des arabischen Weltreichs, um dem Autor gleich darauf wieder bei der Suche nach der Wahrheit zu folgen und seiner Darstellung der Verbindungen zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und geistlichem Ringen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Fasziniert hat Rezensent Michael Thumann Tom Hollands neues Buch "Im Schatten des Schwertes" gelesen, in dem der Historiker und Schriftsteller der Entstehung des arabischen Reiches nachspürt. Der Kritiker liest hier viele "spannende und reiche" Geschichten über die Ursprünge des Islams und erfährt etwa, weshalb die Muslime Mekka und nicht Jerusalem als zentralen Ort "göttlicher Offenbarung" erkannt haben. Während Thumann feststellt, dass einige Legenden über die Entstehung des Korans zwar "intellektuell anregend" aber ein wenig anstrengend zu lesen sind, hat ihn insbesondere die eindringlichen Schilderung des Untergangs der Omaijaden-Herrscher, die bei einem Festbankett unter den Teppichen der arabischen Sieger grausam erstickt wurden, tief beeindruckt. Lobend erwähnt der Rezensent auch die bilderreiche Sprache des Autors, allerdings hat er gelegentlich eine ordnende Struktur in diesem Buch vermisst.
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