Der Islamgelehrte Muhammad Asad, geboren als Leopold Weiss, 1900 - 1992, übersetzte und kommentierte den Koran für die westliche Welt ins Englische. Seine Übertragung ist die einzige, die wiederum in viele andere Sprachen übersetzt wurde. Damit erlangte sie Weltruhm. Erstmals liegt sie nun in deutscher Sprache vor. Die Einzigartigkeit der Übersetzung ist darin begründet, dass Muhammad Asad das Klassische Arabisch ebenso beherrschte wie die Dialekte der Beduinenstämme. Die Beduinen waren die ersten Adressaten des Korans. Die kulturellen Traditionen der Nomaden waren seit der Entstehung des Islam unverändert geblieben. Asad, der viele Jahre in Saudi-Arabien lebte, studierte sie eingehend für seine Übertragung der islamischen Schrift.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2010
Erst einmal klärt der Islamwissenschaftler Stefan Weidner bei seiner Übersicht über drei neue Koran-Übersetzungen ein paar sehr grundsätzliche Dinge. So räumt er mit dem Irrtum auf, der Koran sei ein "Buch" im westlichen Sinn: vielmehr eine aus mündlicher Überlieferung entstandene, nicht durch klare innere Logik oder Stringenz oder Chronologie zusammengehaltene Sammlung oft etwas kryptischer Kurztexte. Unübersetzbar dagegen, wie oft behauptet, findet Weidner den Text keineswegs. Unklar genug nämlich sei er bereits im Original. Die Übertragung von Mohammad Asad unterscheide sich von den anderen beiden besprochenen von Hartmut Bobzin und Karimi/Uhde nicht zuletzt dadurch, dass hier ein erklärtermaßen Gläubiger - aber kein wissenschaftlicher Islamgelehrter - eine ausführlich kommentierte Fassung vorlegt. Dies sei allemal interessant, als Einblick in neuere einschlägige Diskurse jedenfalls. Allerdings bekomme man da manchmal doch eine etwas eigenwillige "Privatauslegung" des Korans zu lesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.10.2009
Arno Widmann vergleicht in einer kurzen Kritik zwei neu herausgebrachte Übersetzungen des Koran. Muhammed Asads "Die Botschaft des Koran", die er gegen Ahmad Milad Karimis Übersetzung hält, ist für ihn die bei weitem instruktivere Version des Korans. Wo Karimi auf künstliche Art die Schönheit und Heiligkeit des Originals beschwört, leistet Asad durch Fußnoten und sprachlich präzise Übertragungen für Widmann die Vorarbeit, die ein Buch wie den Koran hierzulande überhaupt erst verständlich macht. Muhammed Asads Übersetzung ist nach Widmann allerdings nicht auf dem neuesten Stand, wie er in einer Skzze des aufregenden Lebensweg des vom Judentum zum Islam konvertierten Übersetzers darlegt. Und vor allem ist das vorliegende Buch die Übersetzung einer Übersetzung ins Englische. Widmann erhofft sich noch Besseres von der ausstehenden Übersetzung des in Erlangen-Nürnberg lehrenden Hartmut Bobzin, dessen Übersetzung für März 2010 annonciert ist.
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