Der Koran

Cover: Der Koran
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406580444
Gebunden, 831 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen neu übertragen von Hartmut Bobzin, unter Mitarbeit von Katharina Bobzin. Mit 121 Kalligrafien von Shahid Alam. Der Koran ist für Muslime Gottes Wort, das in arabischer Sprache Mohammed offenbart wurde und sich durch seine Schönheit auszeichnet. Sich der Schönheit des Korans anzunähern, ist in deutscher Sprache bisher nur Friedrich Rückert gelungen. Andere Übersetzer haben der philologischen Exaktheit den Vorzug gegeben und den Text durch unzählige Erklärungen zu einem Flickenteppich gemacht. Hartmut Bobzin legt mit seiner Neuübersetzung erstmals einen philologisch zuverlässigen und zugleich ansprechenden Text vor. Seine Übersetzung berücksichtigt die islamischen Deutungstraditionen ebenso wie die Ergebnisse der westlichen Koranforschung. Kurze Erläuterungen ermöglichen ein fundiertes Textverständnis; ein Glossar erklärt die Schlüsselbegriffe des Korans.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2011

Rezensent Tilman Nagel schätzt diese Neuübersetzung des Koran von Hartmut Bobzin. Sie scheint ihm für den nichtmuslimischen Leser verständlicher als die von Ahmad Milad Karimi. Er sieht Bobzin wie Karimi von der Intention geleitet, die Schönheit des Textes in der Übertragung zu bewahren, hebt aber hervor, dass sich Bozin dadurch nicht dazu hat verleiten lassen, das Wortgefüge des Originals nachzuahmen. Verfügt man über eine gewisse Sachkenntnis, ist der Text in seinen Augen "leicht" zu lesen. Er weist darauf hin, dass bald ein Kommentarband folgen soll, mit dessen Hilfe auch Leser ohne Vorkenntnisse die vorliegende Übersetzung nutzen können. Nagel verschweigt nicht, dass sich Bobzin wie Karimi an einer Stelle, an der Koran die Gleichberechtigung der Geschlechter ausschließt, zu einer Konzession bereit ist und eine Übersetzung findet, die die diesbezügliche Aussage des Textes verhüllt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2010

Erst einmal klärt der Islamwissenschaftler Stefan Weidner bei seiner Übersicht über drei neue Koran-Übersetzungen ein paar sehr grundsätzliche Dinge. So räumt er mit dem Irrtum auf, der Koran sei ein "Buch" im westlichen Sinn: vielmehr eine aus mündlicher Überlieferung entstandene, nicht durch klare innere Logik oder Stringenz oder Chronologie zusammengehaltene Sammlung oft etwas kryptischer Kurztexte. Unübersetzbar dagegen, wie oft behauptet, findet Weidner den Text keineswegs. Unklar genug nämlich sei er bereits im Original. Unter den drei Übersetzungen scheint ihm die des Islamwissenschaftlers Hartmut Bobzin die mit einigem Abstand gelungenste. Im Versuch, wissenschaftliche Gelehrsamkeit mit literarischer Leidenschaft zu verbinden vor allem. Eher ein bisschen zu gelehrt freilich findet er den Kommentar. Und daraus, dass eine wirklich überzeugende deutsche Koran-Übersetzung noch aussteht, macht Weidner auch keinen Hehl. Allzu ungelenk und umwegig und künstlich verunklarend scheint ihm noch Bobzins Übertragung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.03.2010

Mit großem Lob und hoher Anerkennung bedenkt Rezensent Stefan Wild diese neue Übertragung des Koran, die der Islamwissenschaftler und Semitist Hartmut Bobzin vorgelegt hat. Ausführlich geht er auf die Herausforderung eines solchen Unterfangens ein und insbesondere auf die Schwierigkeiten der Übersetzung wie zum Beispiel arabische Eigenheiten, Mehrdeutigkeiten, fehlende Kontexte usw. Anhand einer ausgewählten Stelle vergleicht er Friedrich Rückerts, Rudi Parets und Stefan Weidners Übersetzung mit der von Bobzin. Seinen Anspruch, bei der Übersetzung philosophische Genauigkeit und angemessene sprachliche Form zu verbinden, kann der Islamwissenschaftler nach Ansicht Wilds überzeugend einlösen. Bobzin gelingt seines Erachtens eine "unaufdringliche und respektvolle Übertragung". Neben einem "lesefreundlich gesetzten" deutschen Korantext findet Wild in dem Band präzise Erläuterungen, ein hilfreiches Glossar und ein Register. Bobzin verweise zudem auf einen demnächst erscheinenden Kommentarband. Dann wird vorliegende Übertragung nach Einschätzung des Rezensenten die von Rudi Paret "wohl endgültig" ablösen.
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