Old Texas, Alabama, 1911. Fernab und inmitten abgebrannter Maisfelder gelegen, leidet die kleine Gemeinde nicht nur unter den Folgen des Bürgerkrieges. E.O. Smonk, ein schießwütiger, einäugiger Farmer, tyrannisiert das Städtchen, insbesondere Dutzende Witwen und junger Mädchen, an denen er sich vergeht. Als ihm der Prozess gemacht werden soll, kann Smonk dem Lynchmob entkommen. Doch es scheint eine Verbindung zu geben zwischen Smonk, dem geheimnisvollen religiösen Witwen-Kult und der Truppe um einen christlichen Hilfssheriff, der eine mordende minderjährige Hure entlang der Golfküste verfolgt.
Auf den Spuren von Faulkner und McCarthy kombiniert Tom Franklin Elemente des Southern Gothic und des Western noir und legt in seiner Groteske die Wurzeln der angezählten amerikanischen Nation bloß, die nicht selten Freiheit mit dem Recht des Stärkeren assoziert.
Im Perlentaucher:
Fährte einer toten Seele
Während Marcie Rendon den amerikanischen Mythos sanft überschreibt, zerhackt Tom Franklin ihn lustvoll in seinem grandiosen Pulp-Roman "Smonk". Franklin steigert darin den Southern Gothic zu einer monströsen Groteske, in der so viel antibürgerliche Power drinsteckt wie in zwei Dutzend deutscher Krimis nicht. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Für den Rezensenten Tobias Gohlis ist der neue Roman von Tom Franklin definitiv eines der fesselndsten und zugleich "abstoßendsten" Bücher des Jahres. Erzählt wird die 1911 in Old Texas spielende Geschichte um den einäugigen, Blut spuckenden, von Gicht, Syphilis und Eiterungen geplagten Smonk, der wie Django eine ganze Kleinstadt in Angst und Schrecken versetzt, resümiert der Kritiker. Wenn Franklin nach und nach das Geheimnis jener Stadt lüftet und ganze "Gewaltkaskaden von mythischer Gestalt" lostritt, muss der Rezensent an Stories von Ambrose Bierce denken. Mit Nikolaus Stingls Übersetzung des an "burlesker Komik" reichen Textes ist Gohlis ebenfalls zufrieden.
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