Tobias Freimüller

Frankfurt und die Juden

Neuanfänge und Fremdheitserfahrungen 1945-1990
Cover: Frankfurt und die Juden
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835336780
Gebunden, 568 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Deutsch-jüdische Nachkriegsgeschichte: Migration, Konflikte und intellektueller Neubeginn. War die Geschichte jüdischen Lebens in der Bundesrepublik in erster Linie ein langfristig erfolgreicher Prozess von Aussöhnung und Neubeginn nach dem Holocaust? Oder verharrten die wenigen jüdischen Überlebenden, die sich im "Land der Täter" ansiedelten, lediglich auf "gepackten Koffern" und traten öffentlich kaum in Erscheinung? Am Beispiel der Stadt Frankfurt am Main und der Juden, die dort nach 1945 lebten, zeigt sich die Widersprüchlichkeit und Komplexität der jüdischen Nachkriegsgeschichte Westdeutschlands wie unter einem Brennglas. In Frankfurt entstand unter dem Schutz der amerikanischen Besatzungsmacht rasch ein Netz jüdischer Institutionen und später eine intellektuelle Szene, deren Leuchtturm das aus dem Exil zurückgekehrte Institut für Sozialforschung war. Gleichwohl blieb das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden in Frankfurt besonders konfliktreich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2020

Hans Riebsamen lässt sich von Tobias Freimüller das "Wunder" von Frankfurt erläutern. Wie nach 1945 bis 1990 in der Mainmetropole jüdisches Leben wiedererstarkte, vermag der mit der Erforschung des Holocaust und der Frankfurter Stadtgeschichte vertraute Autor dem Rezensenten nüchtern, ohne anklagenden Ton und mit "scharfem" Blick für den "Sonderfall" Frankfurt auseinanderzusetzen und in einen größeren Kontext zu stellen. Das Thema Restitution kommt dabei laut Riebsamen ebenso zur Sprache wie der Generationenkonflikt und die Rückkehr jüdischer Intelligenz, die Frankfurt auch zu einer Stadt des Geistes machte.
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