Im "Handbuch der Diplomatie 1815-1963" sind erstmals alle zwischen 1815 und 1963 im Ausland akkreditierten deutschen sowie die in Deutschland akkreditierten ausländischen Missionschefs verzeichnet. Die diplomatischen Beziehungen von fast zweihundert Staaten mit Deutschland und den deutschen Einzelstaaten in der Zeit seit dem Wiener Kongress bis zum Ende der Kanzlerschaft von Konrad Adenauer sind erfaßt. Ergänzt werden diese Angaben zu den bilateralen Beziehungen durch Nennung der Diplomaten bei multilateralen Organisationen, wie dem Deutschen Bund in Frankfurt und der NATO. Ca. 3.600 Botschafter, Gesandte, Ministerresidenten, Geschäftsträger, diplomatische Agenten und Generalkonsuln mit politischen Kompetenzen sind mit Lebensdaten und kurzer Angabe zum Beruf in diesem Nachschlagewerk verzeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2001
Der Rezensent mit dem Kürzel "rab." lobt dieses Buch zwar als "enorme Fleißarbeit". Doch mehr Positives mag er dazu nicht äußern. Merkwürdig scheint ihm, dass Bringmann zu einigen der Diplomaten Angaben macht, die über die "Lebenseckdaten" hinausgehen, und bei anderen nicht. Und vor allem wundert sich der Rezensent, welche Angaben Bringmann schließlich für wichtig erachtet hat. So werde zwar bei manchen die Mitgliedschaft in der SS oder NSDAP erwähnt, bei anderen jedoch nicht. Ernst von Weizsäcker wird eine Rolle im Widerstand bescheinigt, seine SS-Zugehörigkeit jedoch nicht erwähnt, mokiert "rab.". Erich Kordt hingegen, "entschiedener Hitler-Gegner", werde als solcher hingegen nicht eingeordnet. Auch die Bibliografie ruft beim Rezensenten Verwunderung hervor. So werden beispielsweise die wichtigen `Akten zur deutschen Auswärtigen Politik 1918-1945` hier gar nicht erwähnt. Und nicht zuletzt vermisst der Rezensent eine "angemessene Eleganz im Ausdruck", wofür er auch ein überzeugenden Beispiel anführt.
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