Herausgegeben und bearbeitet von Michael Dorrmann. Stuttgarter Ausgabe, herausgegeben von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Theodor Heuss verteidigte als ungewöhnlich vielseitiger Bürger und engagierter Demokrat die Weimarer Republik durch alle ihre Krisen hindurch. Seit 1918 arbeitete er als Redakteur und Verbandsfunktionär in Berlin. Zudem setzte er sich für die staatsbürgerliche Bildung ein und trat unermüdlich als Redner und Publizist auf. Vor allem als linksliberaler Abgeordneter im Reichstag stritt Heuss seit 1924 für die bald bedrängte Demokratie bis zum Ende der Weimarer Republik. In den 229 ausgewählten und weitgehend noch unpublizierten Briefen von Theodor Heuss spiegeln sich seine aufregende Biografie und die dramatischen Zeitläufe vom letzten Kriegsjahr bis zur Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Januar 1933 wechselseitig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2009
Rudolf Morsey schätzt diesen Band mit Briefen von Theodor Heuss aus der Zeit zwischen 1818 und 1933, die im Rahmen der Stuttgarter Ausgabe erschienen ist. Er rekapituliert die wichtigsten Stationen von Heuss' Lebensweg in der Weimarer Zeit. Die Briefe wertet er als überaus "ergiebige Informationsquelle", berichten sie doch ausführlich über Heuss' publizistische Arbeit, seine Dozententätigkeit an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, über seine Heirat und sein Engagement als Abgeordneter. Die an der biografischen und zeitgeschichtlichen Relevanz ausgerichtete Auswahl der Briefe hält Morsey für gelungen, die Einleitung und der Kommentar von Michael Dorrmann für informativ.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.02.2009
Erfreut zeigt sich Rezensent Kurt Kister von diesem Band mit Briefen von Theodor Heuss aus den Jahren 1918 bis 1933, der jetzt im Rahmen der auf acht Bände angelegten Sammlung erschienen ist. Die Lektüre des Bands führt für ihn wieder einmal vor Augen, was für ein Verlust das Verschwinden des Briefs im Zeitalter digitaler Kommunikation sein kann. Er würdigt den liberalen Reichstagsabgeordneten Heuss, der auch als Publizist tätig war und später erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland wurde, als "eminant gebildeten Intellektuellen", der zudem exzellent schreiben konnte. Aus diesem Grund könne man Heuss' Briefe nicht nur als Quellenmaterial und Zitatenschatz nutzen, sondern sie wirklich mit Vergnügen lesen. Dabei erfahre man quasi nebenbei eine Menge über die Weimarer Demokratie, die eben doch mehr gewesen sei als nur ein "instabiler Nachfolger- und gleichzeitig Vorläuferstaat, der vom Kaiserreich ins Nazi-Deutschland überleitete". Mit großem Lob bedenkt Kister auch die Personen- und Sachregister sowie den Anmerkungsapparat von Michael Dorrmann.
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