Luftige Feuilletons über Lipgloss, den Knieschlitz in der Jeans, dunkle Brillen und den Dutt beim Manne, über Bemerkungen wie 'genau' oder 'lecker', über den neuen Thermomix, die Tanzstunde, den Abschied vom Abschied oder jüdischen Humor - Tilman Allert gelingt es mit leichter Hand, aus den kleinen Dingen des Alltags deren gesellschaftliche Bedeutung prägnant zu destillieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017
Nicht weniger als eine Ehrenrettung der Soziologie sieht Rezensent Jens-Christian Rabe in Tilman Allerts Studien von den kleinen Dingen, denn wenn der Sozialforscher hier über Alltägliches nachdenkt, dann hat er zwar seine großen Vorgänger Theodor Adorno und Roland Barthes vor Augen, aber nicht unbedingt den von ihnen kultivierten Gestus der Entlarvung. Allert erfreut sich am Reichtum des sozialen Miteinanders, erklärt der Kritiker, der allerdings nicht alle Beiträge gleichermaßen gelungen findet, manche sogar trivial. Dennoch findet er "klug und leichtfüßig", wie Allert über High Heels und Nerdbrillen, Karl Lagerfeld und Thermomix nachdenkt und am Ende sogar die Soziologie zur "Sturheit als Beruf" erklärt.
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