Balladen sind Lieder und Gedichte, die Geschichten vom Leben erzählen. Thomas Quasthoff liebt ihre Ausdruckskraft und die Möglichkeiten, die sie einem Sänger bieten. In seinem neuen Buch vermittelt Quasthoff alles Wissenswerte über Dichter, Komponisten und Interpreten - von Brecht bis Van Dannen, von Schiller bis Dylan. Der Mensch singt gern und hört gern schaurig-schöne Geschichten. Also erfand er die Ballade. Sie erzählt von Helden und traurigen Verlierern, vom Glück und von Katastrophen, sie erzählt von Nachtmahren und Gespenstern, von Gott, von der Liebe, von Mord, Raserei und Tod. Die Ballade ist »das Urei der Dichtung«, sagt Goethe. Gesungen ist sie am eindrucksvollsten. Dichter und Komponisten pflegen dieses Genre auf höchstem Niveau. Thomas Quasthoffs liebevoll zusammengestelltes Kompendium ist ein sehr persönliches Buch, das glänzend unterhält und Lust macht, Balladen zu lesen und zu hören.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.10.2007
Rezensent Hans-Jürgen Linke hat mit Genuss die vielfältige, im Stil temperamentvolle Sammlung der Brüder Michael und Thomas Quasthoff über die abendländischen und modernen Balladen gelesen. Da es sich nicht um ein streng wissenschaftliches Werk handelt, ist auch die subjektive Auswahl, die von Walther von der Vogelweide bis zu Jonny Cash und auch Herbert Grönemeyer reicht, seiner Ansicht nach nicht zu tadeln. Zumal er die Kriterien und Denkwege nachvollziehbar findet und sie seiner Ansicht nach von der profunden Kenntnis kultur-, musik- und literaturhistorischer Werke zeugen. Zu allem anderen werden sie auch noch in erzählerischer, lesefreundlicher Form dargebracht, lobt der Rezensent. Ärgerlich findet er nur, dass der Verlag die Autorschaft des weniger bekannten Michael Quasthoff auf dem Umschlag unterschlagen hat.
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