Thomas Nagel

Das letzte Wort

Reclam Verlag, Ditzingen 1999
ISBN 9783150180211
Taschenbuch, 214 Seiten, 5,11 EUR

Klappentext

Mit diesem Werk liefert der Philosoph Thomas Nagel eine umfassende Verteidigung der Vernunft gegen die Angriffe des Subjektivismus. Relativistische Ansprüche im Hinblick auf Sprache, Logik, (Natur-)Wissenschaft und Ethik weist Nagel systematisch zurück. Das "letzte Wort" in Debatten über die objektive Gültigkeit jeder Art von Denken muß in bestimmten uneingeschränkten Prinzipien liegen. "Wenn es so etwas wie Vernunft gibt, muß sie universal sein." Nagels Studie hat Bedeutung für alle, die das Thema der Rationalität des Denkens nach wie vor für aktuell und wichtig halten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2000

Ludger Heidbrink macht sich in einer Doppelrezension Gedanken über die unhinterfragbaren Wahrheiten in der Weltwahrnehmung. Er vergleicht Dieter Henrichs "Bewußtes Leben" mit Thomas Nagels "Das letzte Wort" und kommt zu dem Schluß, dass sie trotz der Verschiedenheit der Ansätze ein durchaus vergleichbares Frageinteresse demonstrieren.
1) Dieter Henrich: "Bewußtes Leben"
Hier verwandele der Autor in seinen Überlegungen zu letzten Gewissheiten die "Metaphysik in eine Hermeneutik des Lebens", stellt Heidbrink fest. Damit werde die "Metaphysik zur Theologie". Als widersprüchlich empfindet es der Rezensent, dass Henrich den "Dualismus von Ich und Welt mit seinen eigenen Waffen zu schlagen versucht", indem er annehme, der Mensch müsse die Entzweiung mit der Wirklichkeit durch den Glauben an ein Übergeordnetes, Letztes zu überwinden suchen. Das ist "ins Spirituelle gewendete Metaphysik", bemerkt Heidbrink mißbilligend.
2) Thomas Nagel: "Das letzte Wort"
Nagels Buch sei im Gegensatz dazu eine Verteidigung der Rationalität, kranke aber an vergleichbaren Widersprüchen. Das Argument, dass wer an eine Alternative zur rationalen Weltbeurteilung glaube, ja selbst vernünftiger Argumente bedürfe, entlarvt der Rezensent als Erstsemestertaktik zur Ächtung seiner Gegner. Nagel ist "blind für den lebensweltlichen Subjektivismus", kritisiert Heidbrink abschließend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Anna Riek beweist, wie man mit Witz und klaren Worten eine philosophische Abhandlung rezensieren kann. Ihrer Meinung nach liegt das allerdings an Nagels Buch selbst, der im Gegensatz zu anderen Philosophen Fragen stellt, die auch einen vernünftigen Menschen interessieren. Das ist pures Understatement, denn Riek kann im philosophiegeschichtlichen Diskurs ganz gut mithalten. Nagel jedenfalls, so Riek, will in seinem Buch beweisen, warum der Vernunft das letzte Wort gehört, und er tut das ihrer Meinung nach mit einer mitreißenden Leidenschaft. Riek folgt ihm darin zwar, erklärt aber auch, worin die Grenzen von Nagels Argumentation liegen. Man fühlt sich von Riek dabei so ernstgenommen, dass man sich tatsächlich zutraut, Nagels Buch zu lesen.