Thomas Mießgang

Der Gesang der Sehnsucht

Die Geschichte des Buena Vista social Club und der kubanischen Musik
Cover: Der Gesang der Sehnsucht
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2000
ISBN 9783462028959
Taschenbuch, 218 Seiten, 9,66 EUR

Klappentext

Der weltweite Erfolg des Buena Vista Social Club ist die überraschendste Erfolgsstory der jüngeren (Pop)-Musikgeschichte. Im Zeitalter der Videoclips gelingt einer bunt zusammengewürfelten Truppe kubanischer Musikveteranen - viele davon waren längst im Ruhestand - mit der Neuaufnahme uralter Son-, Bolero- und Rumba-Lieder ein Welterfolg. Der Kuba-Kenner Thomas Mießgang hat als erster Journalist im deutschen Sprachraum in der "Zeit" und verschiedenen Magazinen über die Musiker des Buena Vista Social Club berichtet, mit denen er viele Interviews geführt hat. Mit zahlreichen Abbildungen, einem Glossar und Verzeichnis der 100 besten Kuba-Platten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2000

Seit die "Superapuelos", die "Superopas" der kubanischen Musik, wie sie dort heißen, aus der Versenkung aufgetaucht sind, gibt es kein Halten mehr: An diesen Trend docken auch zwei Bücher an. Knut Henkel geht vor allem auf das erste ein:
1) Maya Roy: "Buena Vista"
Auch hier steht im Titel der "Buena Vista", aber die Musikwissenschaftlerin Maya Roy wird der ganzen Vielfalt der kubanischen Musik gerecht, lobt Henkel. "Sachverstand und Detailwissen", aufgelockert durch kleine Anekdoten, könnten es zum "Standardwerk" machen. Auch die Einleitung von Compay Segundo, der eigene Erfahrungen aus den 20ern (!) beisteuert, trage dazu bei.
2) Thomas Mießgang: "Der Gesang der Sehnsucht"
Dem Journalisten Mießgang hingegen gelingt nur ein "Spotlight", meint der Rezensent. Zwar findet er die Porträts der Musiker "gut geschrieben", moniert aber, dass es für den Autor nur die bekannten alten Männer gibt. Kein Rumba und keine Gegenwart, dazu Stereotypes zur afroamerikanischen Religion, ärgert sich Henkel.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.04.2000

Daniel Bax war offensichtlich zunächst skeptisch bei diesem Buch. Nach Wim Wenders Film, dem Fotobuch seiner Frau Donata und diversen Platten hatte er befürchtet, dass sich Mießgang hier nur "in die Kette der Mehrfachverwertungen" einreiht. Aber nicht doch: Dieses Buch ist "ein Schlüssel zum Verständnis des Phänomens", stellt Bax anerkennend fest. Er weiß es sehr zu schätzen, dass Mießgang ausgiebig vor Ort recherchiert hat und viele Geschichten, Anekdoten und Gespräche in seinem Buch kunstvoll miteinander verwoben hat. Dabei habe der Autor sich nicht nur an "notorische Orte wie das Casa de la Trova in Santiago de Cuba" begeben, sondern beispielsweise auch an religiösen Zeremonien teilgenommen, Touristendiskotheken besucht und eine Protestveranstaltung zur Rückkehr des kleinen Elian beobachtet. Darüber hinaus erfahre man viel über die Geschichte der kubanischen Musik, einiges über Rassismus und so manches über das ganz alltägliche Kuba.
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