Aus dem kubanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein. Havanna im Herbst 1989: Fischer entdecken am Strand eine Leiche. Wie sich herausstellt, war der Tote ein hoher Funktionär der kubanischen Regierung, bis er sich vor elf Jahren in die USA absetzte. Damals zuständig für die Enteignung der Bourgeoisie, hatte er sich viele Feinde geschaffen. Warum kehrte er nach Kuba zurück? Wollte er wirklich nur seinen schwer kranken Vater besuchen? Oder gab es einen anderen Grund? Im vierten Teil des Havanna-Quartetts begegnet Teniente Mario Conde abgehalfterten Funktionären und den alten Familien, die viel, aber längst nicht alles verloren haben. Während der Hurrikan Felix unbarmherzig auf Havanna zurast, fühlt Mario Conde, dass ein wichtiger Abschnitt seines Lebens zu Ende geht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2006
Auch nach dem letzten Band des Havanna-Quartetts lebt der Held immer noch, verrät Rezensent Knut Henkel. Und damit vielleicht auch die Hoffnungen oder "Illusionen" einer "enttäuschten Generation" in Kuba, denen Padura sein Quartett gewidmet hat. Der Kommissar Mario Conde jedenfalls erhält vor seiner Entlassung seinen letzten Fall, der ihm noch einmal einen Blick tun lässt in das ganze Ausmaß der "realkubanischen Machenschaften". Ein ehemaliger Beamter der kubanischen Enteignungsbehörde wird Tod aufgefunden und der Kommissar beginnt seine Recherchen im Dreck der kubanischen Geschichte, während sich ein apokalyptischer Hurrikan auf Kuba zu bewegt. Beide räumen auf, der Kommissar allerdings zum letzten Mal. Für den Leser, so der Rezensent, bleibe die Hoffnung, dass Kommissar Mario Conde nach diesem Fall tatsächlich Schriftsteller wird.
Tobias Gohlis kann den Zusammenbruch des kubanischen Verlagssystems in den Jahren 1990 und 1991 nur begrüßen, weil dadurch viele Schriftsteller Kubas begannen, ihre Werke im Ausland verlegen zu lassen. So konnte Gohlis die Bekanntschaft mit Leonardo Paduras Kriminalkommissar Mario Conde machen, dessen vierter und letzter Fall noch einmal alle Facetten versammelt, die für den Rezensenten den "Reiz dieser Tetralogie" ausmachen: eine dräuende Naturkatastrophe, die Enttäuschung der "verborgenen Generation" Kubas, die durch den Sozialismus ihrer Zukunft beraubt worden ist, und natürlich die "unglückliche Liebe". Dass dies der letzte Fall des Teniente Mario Conde ist, nimmt Gohlis mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf. Denn Conde kündigt, weil er den Roman seiner Generation verfassen will.
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