Reflexionen und Positionen der deutschen Zeitgeschichte im transatlantischen Dialog.
Zeitgeschichte boomt. Und sie tut es nach 1989 in besonderem Maße in dem Land, das im 20. Jahrhundert fünf unterschiedliche staatliche und gesellschaftliche Ordnungen erfahren hat: Deutschland. Welche Auswirkungen sind aus dieser besonderen Prägung für die deutsche Zeitgeschichtsschreibung erwachsen? In den den hier versammelten Studien wird diesem Problem aus deutscher wie transatlantischer Perspektive nachgegangen, um den Ort der deutschen Zeitgeschichtsschreibung näher zu bestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2017
Bei Carsten Kretschmann bleiben Fragen offen nach der Lektüre des von Thomas Lindenberger und Martin Sabrow herausgegebenen Bands, der das Spezifische an der deutschen Zeitgeschichte zu fassen versucht. Dass Zeitgeschichte nicht mehr den Deutschen allein gehört, wie es im Band heißt, scheint Kretschmann allerdings für jede Epoche zu gelten, nicht nur für die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR, wie die Herausgeber meinen. Als Geburtstagshommage an den Zeithistoriker Konrad Jarausch bietet der Band keine systematischen Perspektiven, warnt der Rezensent, und kommt eher als "Paradiesgarten" ohne Karte und Kompass daher, sprich etwas beliebig. Erhellende Texte wie den von Volker Berghahn zur "Generation von 1932" oder den von Dorothee Wierling zur politischen Jugendkultur in der DDR enthält der Band allerdings auch, wie Kretschmann einräumt.
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