Wenige Menschen haben die Bücherwelt dieser Jahre so entscheidend geprägt wie Joachim Kersten. Der 2023 verstorbene Hamburger Anwalt Joachim Kersten war auch ein produktiver Autor. In acht Kapitel werden ausgewählte Texte aus fast sechzig Jahren zusammengestellt. Auf Autobiographisches folgen kritische Texte zur Zeitgeschichte, wichtige juristische Arbeiten wie "Der Urheber im Netz", heitere Kabinettstücke und Rezensionen. In jeder Rezension und in jedem Essay zeigt sich der genaue und leidenschaftliche Leser. Joachim Kerstens Urteilskraft ist ebenso beeindruckend, wie seine umfassende literarische und historische Bildung. Und zugleich schreibt er voller Bewunderung und Liebe zur Literatur. Im letzten Kapitel zeigt sich der Büchersammler, der von seinen Bücherwünschen und vom Besuch in Buchhandlungen erzählt und schließlich sein "Tagebuch eines Büchernarren" aufblättert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.12.2025
Dieser Band mit verstreuten Texten vom 2023 verstorbenen Joachim Kersten erinnert Rezensentin Sieglinde Geisel noch einmal an einen großen "Anwalt des Buches": Kersten war Jurist und Literat, mit ausufernder Büchersammlung. Geisel liest hier Literatur über Literatur, oft im ironischen und gleichzeitig zugewandten Modus, nie konventionell, immer mit Lust am Zitat. Besonders hat sich Kersten mit der Schuld der Nazi-Täter auseinandergesetzt, auch in diesem Band findet sich einige Texte dazu, in der Literatur interessierte ihn die Nachkriegszeit. Ein Buch, das durch "stilistische Brillanz" zu überzeugen weiß, hält die Kritikerin fest.
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