Thomas Irmer

Luk Perceval, Theater und Ritual

Texte u. Gespräche von u. mit Luk Perceval u. a.
Cover: Luk Perceval, Theater und Ritual
Alexander Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783895811166
Gebunden, 256 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Thomas Irmer. Mit DVD-Video und zahlreichen Abbildungen. Das Buch beschreibt das Theater des belgischen Regisseurs Luk Perceval von den Anfängen bis heute. Es enthält wichtige Dokumente seiner Arbeit, Gespräche mit engen Mitarbeitern und anderen Regisseuren sowie einen Essay über seine Theaterkunst. In eigenen Texten, die erstmals auf deutsch veröffentlicht werden, reflektiert Perceval über seine Theaterarbeit und -auffassung. Das Buch enthält Texte und Gespräche von und mit Luk Perceval, Hans van Dam, Els Dottermans, Frank Baumbauer, Katrin Brack, Marius von Mayenburg, Mark van Denesse, Thomas Thieme, Thomas Ostermeier und Thomas Irmer. Eine dem Band beiliegende DVD beinhaltet auf einer Länge von ca. 60 Minuten von Perceval selbst gefilmte Ausschnitte aus seinen Inszenierungen "Andromache", "Täter", "Onkel Wanja" und "Traum im Herbst".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.12.2005

Eher mittelprächtig erscheint Rezensentin Aureliana Sorrento dieser von Thomas Irmer herausgegebene Band mit Interviews und Essays von und über den belgischen Regisseur Luk Perceval. Keineswegs ist sie uninteressiert an dem Theatermann, der seit seinem Stück "Schlachten" von 1999 als Genie gehandelt wird. Aber dass alles gleich zigmal wiederholt werden muss, nervt sie ein wenig. Ihr kommt es so vor, dass es weniger um das Porträt eines Regisseurs und seine Vorstellungen vom Theatermachen geht, "sondern um die Verkündigung einer theatereschatologischen Doktrin." Wie Sorrento berichtet, fasst Perceval Theater als eine existenzielle Angelegenheit und versteht es als Ort, an dem "ein Ritual der Ganzwerdung" und "rituelle Zusammengehörigkeit" stattfinden könne (Perceval). Sie hat den Eindruck, dass sich Percevals Theatertheorie vor allem aus Nietzsche-Zitaten speist, obwohl der Philosoph, im Gegensatz zu Aristoteles und den polnischen Theatergurus Tadeusz Kantor und Jerzy Grotowski, auf die sich Perceval beruft, unerwähnt bleibt. Das Resümee der Rezensentin: "Sein Theater ist auf jeden Fall besser als das, was er darüber sagt."
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