Lernen aus dem Lockdown?

Nachdenken über Freies Theater
Cover: Lernen aus dem Lockdown?
Alexander Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783895815362
Kartoniert, 232 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Haiko Pfost, Wilmla Renfordt, Falk Schreiber, dem NRW Kultursekretariat und dem Impulse Theater Festival. Ende März 2020 wurden die Theater für mehrere Monate geschlossen. Der Lockdown des Kulturlebens hat einerseits Probleme offengelegt, von denen man schon vorher wusste oder hätte wissen können. Andererseits hat er auch die Einzigartigkeit von Theater als Kunst der Versammlung und Begegnung ins Bewusstsein gerufen, solidarisches Handeln und unerwartete Lösungen provoziert. Und jetzt? Wie wollen wir nach der Krise weiter machen? Können wir aus diesen Erfahrungen lernen?Die Publikation versammelt Beiträge von Freien Theaterschaffenden und Kulturpolitiker*innen über ihre aus der Corona-Krise gewonnenen Erkenntnisse, Ideen und Forderungen. Die Themen reichen von Förderpolitik und sozialer Absicherung über das Grundrecht der Kunstfreiheit und Digitalität bis zur Verwundbarkeit des Körpers im Theaterraum.Mit Beiträgen von Michael Annoff/Nuray Demir, Holger Bergmann, Boris Nikitin, Daniela Dröscher, Joy Kristin Kalu, Meine Damen und Herren, Mbene Mwambene, Sibylle Peters, Anja Quickert, Sahar Rahimi, Felizitas Stilleke, Swoosh Lieu, Arne Vogelgesang, Stefanie Wenner u. a.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.12.2020

Rezensent Tom Mustrop findet in diesem Sammelband, der sich mit der coronabedingten Verlagerung des Theaters ins Internet beschäftigt, zwar einige wertvolle Beobachtung, vermisst aber die eigentlich wichtigen Fragen. So sei die Kritik am sozialen "Blasenzustand der Szene" ein wichtiger Aspekt, der mehrfach geäußert werde, auch dass einige Autoren ihre eigene Ratlosigkeit eingestehen, gefällt dem Rezensenten. Aber wie mit digitalen performativen Formaten im "globalen Aufmerksamkeitswettbewerb" mitgehalten werden könne, wie eine digitale Ausrichtung auch in Zukunft die Grundbedingungen von Theater verändern würde oder auch ob ein vom Home-Office bereits bildschirmübersättigtes Publikum überhaupt noch für digitale Performances aufnahmefähig sei, bleibe offen. Letztendlich kreise der Band nur um den eigenen Darstellungsdrang, bedauert er.

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