Globalisierung ist zum Kampfthema der extremistischen Rechten geworden. Ihre konzeptionellen Alternativen zur Globalisierung sind - anders als die der meisten anderen globalisierungskritischen Akteure - tatsächlich "anti-global", nämlich ultranationalistisch und völkisch. Es könnte vermutet werden, dass diese ideologischen Fundamente grenzüberschreitende Kooperationen ausschließen. Aber auch der sich dezidiert globalisierungsfeindlich gebende Rechtsextremismus transnationalisiert seine Strukturen und Ideologien und ist damit auf dem Weg zur globalisierten Anti-Globalisierungsbewegung, die sowohl die dominanten neoliberalen Weltordnungsvorstellungen als auch alternative Visionen von Global Governance herausfordert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2006
Manfred Funke schreibt diesem Sammelband zu einem globalisierten Rechtsextremismus, der aus einem internationalen Workshop hervorgegangen ist, durchaus Verdienste zu, lässt sich aber dennoch nicht ganz überzeugen. In zwei Teilen behandelt das Buch Ideologien und Strukturen eines weltweiten Rechtsextremismus und wartet dabei mit zum Teil erstaunlichen Einzelbeobachtungen auf, wie der Rezensent lobt. Ob sich aber wirklich mit Fug und Recht von einem "globalisierten Rechtsextremismus" sprechen lässt, wie die Autoren es tun, das zieht der Rezensent zumindest in Zweifel. Und so biete der Sammelband zwar unbestreitbar viele interessante Informationen, doch bleibt die Grundthese zumindest fraglich. Nicht zuletzt deshalb sei das Fragezeichen im Titel auch angemessen, wie Funke betont.
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