Auf der Basis der Kritik bisheriger Forschungen wird ein Neuansatz der Beschreibung von Medienkulturen in Zeiten der Globalisierung entworfen. Gegenstand sind hier Netzwerkunternehmen der global orientierten Medienproduktion und globale Medienstädte, weltweite Medienereignisse, über verschiedene Kulturen hinweg verfügbare Produkte unterschiedlichster Medien wie Fernsehen, Film und Internet sowie deren Aneignung in Bezug auf differente kulturelle Kontexte und Medienidentitäten. "Netzwerke der Medien" unternimmt den Versuch, gegenwärtige Medienkulturen in deren Komplexität und Widersprüchlichkeit zu fassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.06.2005
"Harter akademischer Lesestoff" sei dieses Buch über internationale Medienkonzerne in der globalisierten Welt, meint Rudolf Speth. Andreas Hepp wende sich darin gegen die allgemein verbreitete These, die Welt bewegt sich durch die Medien auf eine Einheitskultur, ein globales Dorf, zu. Der Autor mache dagegen auf die weit komplexeren Auswirkungen aufmerksam, die "ortlose" und letztlich "kulturlose" Medienkonzerne verursachen. Dem Rezensenten fehlen allerdings ausreichend Beispiele, die Hepps Gegenthese von einer zunehmenden "Transkulturalität" und "Translokalität" veranschaulichen. Das Beispiel Hollywoods mit deutschen Regisseuren und französischen Schauspielern steht damit recht allein und stellvertretend für Medienkonzern-Kulturen, die sowohl durch die weltweit verteilten Nutzer als auch die global verstreuten Produzenten geprägt werden und zu ganz neuen "Identitäten" führten.
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