Man muss den Mann gesehen haben, um unsere Leichtgläubigkeit zu entschuldigen - so sprachen die Zeitgenossen über den Grafen von Saint Germain, der von sich behauptete, im Besitz zahlreicher Geheimnisse zu sein: Es hieß, er könne Edelsteine schaffen, das Leben verlängern, Krankheiten heilen … Sein Charme und sein Auftreten verschafften ihm Zugang zu allerhöchsten Kreisen: Er bezauberte Madame Pompadour, verblüffte Casanova und brachte Ludwig XIV. nicht nur dazu, ihm ein Labor für seine alchemistischen Experimente einzurichten, sondern wurde auch sein Botschafter bei Geheimverhandlungen mit England. Adelige und reiche Bürger investierten große Summen in seine alchemistischen Projekte, die nie zum Abschluss kamen, aber dem Grafen ein Leben auf großem Fuß ermöglichten. Schon zu Lebzeiten wurde er zur Legende, nach seinem Tod wurden immer wieder Gerüchte laut, er sei noch lebend gesichtet worden. Wie schaffte es dieser Mann eine solche Karriere aus dem Nichts heraus hinzulegen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2015
Eine Monografie über den Grafen von Saint Germain findet Rezensent Peter Rawert begrüßenswert. Und auch Thomas Frellers Annäherung an den legendenumwobenen Grafen, der sich als Komponist und Musiker, Emissär von Ludwig XV. und später auch als Alchimist einen Namen machte, erscheint dem Kritiker durchaus anschaulich. Nichtsdestotrotz ärgert sich Rawert, dass im Buch jeglicher Hinweis darauf fehlt, dass Freller den Großteil dieser Biografie bereits in seinem 2006 erschienenen Buch "Magier, Fälscher, Abenteurer" veröffentlichte. Auch das Vorwort hat der Rezensent dort bereits leicht abgewandelt gelesen.
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