Thomas Brandstetter (Hg.), Claus Pias (Hg.), Sebastian Vehlken (Hg.)

Think Tanks

Die Beratung der Gesellschaft
Cover: Think Tanks
Diaphanes Verlag, Zürich-Berlin 2009
ISBN 9783037340868
Gebunden, 123 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Thomas Brandstetter, Lea Hartung, Thomas Macho, Claus Pias, Michael Thompson und Sebastian Vehlken. "By think tanks I mean the people who are paid to think by the makers of tanks": So illustriert die Globalisierungskritikerin Naomi Klein die notorische Konnotation von Think Tanks als Agenturen politischer Einflussnahme. Think Tanks formten nach dem Zweiten Weltkrieg die Denkmuster und Handlungsempfehlungen des sogenannten "militärisch-industriellen Komplexes". Und innerhalb dieser Wissens-Räume institutionalisierte sich ein wegweisendes interdisziplinäres Denken und Forschen. Zugleich jedoch weckte ihre elitäre Abgeschlossenheit eine Art Generalverdacht, genialische und höchst riskante Denkspiele zu betreiben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2010

Der von Thomas Brandstetter, Claus Pias und Sebastian Vehlken herausgegebene Band "Think Tank" setzt sich kritisch mit der These auseinander, dass die als unabhängige Ideenfabriken konzipierten Institute meist doch von der Rüstungsindustrie bezahlt werden und so deren Interessen in der Politik durchzusetzen helfen. Für den Rezensenten Jean Michel Berg gehen sie dabei aber doch etwas blauäugig vor, etwa wenn sie die irrsinnig moderne, aber eben auch irrsinnige Rand Corporation als Eldorado freien Denkens preisen. Und die ideologisch ausgerichteten Think Tanks der achtziger Jahre wie etwa das neokonservative "Project for the New American Century" , welches Donald Rumsfeld oder Dick Cheney zu seinen Mitgliedern zählte, werden kurzerhand übersehen. Beiträge wie zum Beispiel jenen über die Anfänge der Denkfabriken in den fünfziger Jahren findet der Kritiker aber durchaus "lesenswert".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.03.2010

Kritisch betrachtet Rezensent Aram Lintzel diesen von Thomas Brandstetter, Claus Pias und Sebastian Vehlken herausgegebenen Reader über Thinktanks. Die Thematik scheint ihm zwar von einigem Interesse, zumal über Thinktanks in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Aber bei den Beiträgen des vorliegenden Bandes fehlt ihm der realistische Zugriff. Geradezu "utopisch" mutet ihn etwa das Image an, das die Herausgeber den Thinktanks verpassen. Angesichts der militärischen Ursprünge der Thinktanks und der deutschen Thinktank-Landschaft hält Lintzel dies für übertrieben. Und überhaupt: die meisten Beiträge des Bandes findet er "reichlich euphemistisch, ja fast haltlos euphorisch".

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