Einen "Klassiker der Moderne" hat man Weißenborn genannt, und nicht wenige seiner Prosatexte wie etwa "Opfer einer Verschwörung", "Staub", "Gesang zu Zweien in der Nacht", "Brief einer Mutter", "Tod eines Patienten..." oder "Der Sündenhund" zählen inzwischen zur Weltliteratur. Die Texte der hier vorliegenden Sammlung wurden in insgesamt 26 Sprachen übersetzt, als Hörspiele produziert und von Rundfunkanstalten in aller Welt ausgestrahlt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001
Thomas Köster preist den Autor des Sammelbands mit Texten aus fünf Jahrzehnten für die gelungene "Gratwanderung zwischen Literatur und Sozialkritik". Unter den Prosastücken finden sich "sprachlich teils meisterliche Texte", die ihre Kritik gewöhnlich aus der Ich-Perspektive vorbringen und auf einen allwissenden Erzähler verzichten, schwärmt der Rezensent. Er bemerkt, dass die frühen Texte zumeist "existentiell Beängstigendes" darstellen, das stets "dezent", also ohne erhobenen Zeigefinger, in der Handlung zum Ausdruck kommt, während in späteren Stücken bei Beibehaltung des "traurigen Grundtenors" auch Komik und Leichtigkeit zu finden sind.
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