Theodor M. Bardmann

Die Bilder der Gesellschaft

Fotografie und funktionale Differenzierung. Band I-IV
Cover: Die Bilder der Gesellschaft
Brill Fink Verlag, Paderborn 2023
ISBN 9783770567898
Gebunden, 3080 Seiten, 279,00 EUR

Klappentext

Fotografische Bilder, die uns täglich tausendfach umgeben, verdanken sich weniger menschlichem Willen und individueller Kreativität als vielmehr den unsichtbaren Logiken der sozialen Systeme, die Bilder zu ihrer Ausdifferenzierung und zur Erfüllung ihrer Funktionen nutzen. Die Studie arbeitet diese Logiken hinter den Bildern heraus, die darüber entscheiden, was in der Gesellschaft sichtbar wird und was unsichtbar bleibt. Das Buch bietet erstmals einen Gesamtüberblick über die Gebrauchsweisen fotografischer Bilder in den verschiedenen Funktionsbereichen der modernen Gesellschaft: in der Familie, der Erziehung, in Kunst und Wissenschaft, der Wirtschaft, den Massenmedien, der Politik, dem Recht, dem Sozialwesen, der Krankenbehandlung, in der Religion, im Sport und in der Mode. Dabei wird deutlich, wie sehr Bilder Einfluss nehmen auf menschliches Denken und Empfinden, Entscheiden und Handeln, aber auch auf die Ausgestaltung sozialer Prozesse und die Formung gesellschaftlicher Strukturen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.08.2024

Der hier rezensierende Soziologe Dirk Baecker zeigt sich tief beeindruckt von Theodor M. Bardmanns monumentalem Werk über die Fotografie. Zunächst bemerkt Baecker, dass in den vier Bänden kein einziges Foto zu finden ist. Das brauche es allerdings auch nicht, denn der Autor, Professor für Medienkommunikation, interessiere sich in der Tradition Niklas Luhmanns für die theoretische Analyse der Rolle, die Fotografien in den verschiedenen Teilsystemen der funktional ausdifferenzierten modernen Gesellschaft spielen. Mit enzyklopädischer Genauigkeit, so der Rezensent, setzt sich Bardmann also mit Mode-, Familien und Wissenschaftsfotos sowie mit den in diesen Bereichen tätigen gesellschaftlichen Akteuren auseinander -  und zeigt also, "was und wie Bilder kommunizieren". Baecker betont die Enzyklopädizität des Werks, bemerkt aber auch, dass Bardmann nicht alle theoretischen Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Insgesamt findet der Kritiker Bardmanns Arbeit jeodch beeindruckend und fasziniert, insbesondere weil sie verdeutlicht, wie tief gesellschaftlich verwurzelt das Verständnis von Fotografien ist und eine überzeugende Systemtheorie des Bildes entwickelt. Ein umfangreiches Nachschlagewerk, das der Rezensent nachdrücklich empfehlen kann.

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