"Das ist auch nicht schwieriger, als wenn man als Politiker in ein neues Ressort kommt und sich einarbeiten muss", sagte Helmut Schmidt, als er 1983 seinen Herausgeberposten bei der "Zeit" antrat. Ganz so einfach scheint es dann doch nicht gewesen zu sein, zumindest nicht für diejenigen, die bereits beim Blatt tätig waren. Er schärfte den Ressortleitern schon mal ein, "die Wohngemeinschafts- und Gossensprache der 68er-Generation" zurückzudrängen. Die konterten: "Eine Redaktion ist kein Ministerium". Dennoch: In dem Bestreben, eine tolerante, weltoffene Zeitung zu machen, herrschte Einigkeit. Pointiert und unterhaltsam zeichnet Theo Sommer den Aufstieg Helmut Schmidts zur politisch-moralischen Instanz nach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2010
Mit Lob bedenkt Rezensent Michael Jürgs diese Biografie über Altbundeskanzler und Zeit-Verleger Helmut Schmidt, die Theo Sommer vorgelegt hat. Eine kluge Entscheidung scheint ihm der Verzicht auf eine Wiederholung von aus etlichen Büchern bereits Bekanntem über Schmidt. Die Analyse Schmidts als Staatsmann, Wirtschaftspolitiker, Publizist, Europapolitiker, Außenpolitiker, Sicherheitspolitiker, Welterklärer findet Jürgs überaus gelungen. Das liegt seines Erachtens auch daran, dass Sommer Schmidt "auf Augenhöhe begegnet" statt "ihn anzuhimmeln". Gelegentliche Redundanzen hält er angesichts der Materialfülle, die es zu bewältigen galt, für verzeihlich. Besonders hebt Jürgs die Kapitel über Schmidt als Verleger, Leitartikler, Herausgeber hervor, die für ihn zu den besten des Buchs zählen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…