Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Daisy Dunkel. Als Polizeichefin von Buchanan, dem Ort ihrer Kindheit, hat Dove Carnahan schon viel gesehen. Es ist keine kuschelige Gegend: Vom exzessiven Kohleabbau verwüstete Landstriche liegen brach, Geisterstädte rotten vor sich hin. Menschen rackern sich ab oder haben sich schon aufgegeben, Träume blühen und welken. Oder sie verbrennen, wie das tote Mädchen, das in einer glühenden Erdspalte steckt.Der alternde State Trooper Nolan übernimmt die Ermittlung, doch Chief Carnahan bleibt mit dran. Auf der Suche nach dem Hintergrund der Toten bekommt sie es mit einer berüchtigten Familie zu tun. Kriminell oder arbeitslos, verschworen und zerstritten - die Trulys sind Redneck-Unterschicht der schlimmsten Spielart. Und dieses Milieu ruft in der Polizeichefin längst überwunden geglaubte Alpträume wach. Denn hier ist vieles nicht, wie es scheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2019

Hannes Hintermeier ist geradezu verliebt in die Polizeichefin von Buchanan, die den Rednecks in Pennsylvania ein paar Umgangsformen beizubringen versucht. Chief Dove Carnahan verfügt über Intelligenz, Humor und Selbstironie, hat absichtlich einen unschuldigen Mann ins Gefängnis gebracht und auch sonst sind ihr keine Abgründe fremd, wie uns Hintermeier informiert. Jetzt muss Carnahan den Mord an einer Siebzehnjährigen aufklären, die mit allen Kräften versucht hatte, dem prollig-kriminellen Dasein ihrer Familie zu entkommen. Auch wenn Hintermeier einräumt, dass Tawni O'Dell nicht gerade eine Meisterin der Atmosphäre ist, gefallen ihm Setting, Plot und die unvorhersehbaren Figuren ausnehmend gut.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.08.2019

Rezensentin Sylvia Staude bekommt harte Kost mit Tawni O'Dells Pennsylvania-Krimi. Mit den unterirdischen Minenbränden in der Gegend hat die Autorin ein gutes Bild gefunden für die psychologischen Kaputtheiten ihrer Figuren, die Ermittlerin eingeschlossen, findet Staude. Es geht um Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Drogensucht, Kindesvernachlässigung und Missbrauch, das ganze Programm, so Staude, der O'Dells Lakonie gut gefällt und der Umstand, dass es nicht durchweg trostlos zugeht im Text, sondern die Menschen auch einfach mal in die Kneipe gehen.