Aus dem Englischen von Kristof Kurz. Fionas rätselhaftester Fall: Excalibur, das Schwert von König Artus. Wer hat es gefunden? Wer tötet dafür? Endlich wieder eine interessante Leiche für Fiona Griffiths: eine Archäologin. Enthauptet. In der Brust drei Speere. Wen hat die angesehene Gelehrte sich zum tödlichen Feind gemacht? Ein weiterer Forscher muss sterben, im Nationalmuseum von Cardiff kommt es zu einer Geiselnahme. Alle Fälle verweisen auf eine mythische Figur: König Artus. Und auf dessen sagenhaftes Schwert Excalibur. Ein derartiger Fund wäre zig Millionen wert. Auf einmal wird das Schwert im Darknet angeboten - gleich in doppelter Ausführung. Wer treibt hier mit wem sein Spiel? Und wie viele Menschen müssen noch sterben?
Rezensent Tobias Gohlis lobt die Krimis des ehemaligen Bankers Harry Bingham in den höchsten Tönen: Aufregend, witzig und durchweht von einem "liberalen britischen Geist". Über den neuen Roman "Das tiefste Grab", für den sich Gohlis vom Autor zu den Schauplätzen in Wales hat kutschieren lassen, erfahren wir nur so viel: Es geht um eine ermordete Archäologin, um die Frage, ob König Artus wirklich gelebt hat und irgendwie auch um den Brexit. Mehr verrät Gohlis nicht, dafür schwärmt er umso mehr von der Hauptperson, der Detektivin Fiona, die an einer schweren psychotischen Krankheit litt, von der sie sich jetzt erholt hat, die sie aber menschlich gezeichnet hat: Wie man sich in sozialen Situationen adäquat verhält, muss sie mühsam lernen. Das sorgt neben Schaudern auch für jede Menge "wunderbar komische Momente", versichert der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.10.2019
Tobias Gohlis empfiehlt Harry Binghams Ermittlerin Fiona Griffith als derzeit schlausten und aufregendsten Krimiexport. Wie der Autor im sechsten Fiona-Fall Feminismus, Ermittlungsarbeit und Artus-Sage verbindet, findet Gohlis überzeugend. Mit ein bisschen Lust auf mythologische Verschwörungen bekommt der geneigte Leser laut Rezensent einen fein verästelten, spannenden Plot, in dem die Frage nach Fiktion und historischer Wahrheit neu gestellt wird. Seinem Ziel, als Autor wie Chandler und Conan Doyle in einer Person zu schreiben, scheint Bingham laut Gohlis hier recht nahe zu kommen.
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