Aus dem Polnischen von Henryk Bereska. Tadeusz Rózewicz, der als Junge mit den Partisanen gegen Hitler kämpfte, hat seine Poetik aus der Erfahrung des Krieges formuliert: eine schnörkellose, antiillusionistische Dichtung. Seine mit harten Schnitten arbeitenden Poeme beschreiben eine Welt, die sich nicht versöhnen lassen will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2000
Als einen Antipoeten, der mit seinen Gedichten ein "ethisches Misstrauensvotum gegen alle Selbstüberhöhungen der Poesie" aussprechen, stellt Michael Braun diesen Lyriker dar, der vor allem durch die traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt sei. Die vorliegende Ausgabe, so referiert Braun, teilt sich dabei in zwei Teile. Der erste versammelt frühe Werke, die unter dem Eindruck des Nationalsozialismus entstanden waren und sich nach Einschätzung des Rezensenten Michael Braun als "Protest gegen eine restlos kompromittierende Ästhetik" verstanden. Der zweite, umfangreichere Teil dokumentiert das Alterswerk des Dichter, das sich eher durch eine "heitere Gelassenheit" auszeichne. Braun weist darauf hin, dass 1996 bereits eine andere Ausgabe von Rozewicz-Gedichten erschien, die damals von Karl Dedecius übersetzt war. Mit der Übersetzungsleistung von Henryk Bereska für die vorliegende Ausgabist Braun zwar im Großen und Ganzen zufrieden - aber rhythmisch, so scheint es, hatte Braun die Kargheit von Rozewicz` Lyrik besser wiedergegeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Kurt Oesterle ist erleichtert. Endlich hat die westliche Literaturkritik die polnischen Poeten erkannt. Tadeusz Rózewicz hält er neben Czeslaw Milosz und Zbigniew Herbert für einen der drei bedeutendsten polnischen Dichter der Gegenwart. Das Gesamtwerk des 1921 geborenen Schriftstellers spiegelt die Erfahrungen und Leiden des polnischen Volkes im letzten Jahrhundert wider. Der nun vorliegende Band mit Gedichten aus den Jahren 1945 bis 2000, von Henryk Bereska `glänzend` und `überzeugend` übersetzt, ist, so Oesterle, besonders aufregend. Denn Rózewicz hat an der Auswahl der Gedichte selbst mitgewirkt. Und diese Auswahl erfreut den Rezensenten durch ihren `Reichtum der Töne`, die hermetische wie auch mythopoetische wie auch parodistische Schreibweise, der Rózewicz` unverkennbar antistalinistische Züge verliehen habe.
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