Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Nach Jahren des selbstgewählten Pariser Exils ist Adam Zagajewski nach Polen zurückgekehrt, in seine alte Heimat Krakau, die "Stadt süßer Kuchen,/ bitterer Schokolade und schöner Beerdigungen". Dennoch ist ihm "die Unruhe, die den Wanderer antreibt", geblieben. In seinen Gedichten ist Zagajewski immer unterwegs: Ob er den Flug der Mauersegler beobachtet oder seinen alten Vater, der das Gedächtnis verloren hat, ob er von der Natur oder Geistigem spricht, von Enthusiasmus oder Melancholie. "Die Dichter bauen ein Haus für uns - doch sie selbst/können darin nicht wohnen", schreibt er am Ende dieser persönlichen Auswahl seiner Gedichte aus den letzten zehn Jahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.02.2013
Der polnische Dichter Adam Zagajewski verdankt seinen Ruhm auch dem Gedicht "Spróbuj opiewać okaleczony świat" ("Versuch, die verstümmelte Welt zu besingen"), das nach dem Anschlag auf das World Trade Center im Magazin "The New Yorker" erschienen war, weiß Artur Becker. Er hat ihn aber auch verdient, findet der Rezensent. Wie viele polnische Dichter der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bewegt sich Zagajewski zwischen Philosophie und Mystik, zwischen Rationalem und Irrationalem, und schafft dabei einen Spagat, der normalerweise scheitern müsste, erklärt der Rezensent. Auch im Band "Unsichtbare Hand", hervorragend von Renate Schmidgall ins Deutsche übertragen, wie Becker betont, auch hier verbinde Zagajewski eine optimistische Abkehr von der Welt mit konkretem Mitgefühl und sozialer Verantwortung. Das gelingt ihm, indem er sich dem Unsichtbaren in der Welt zuwendet, erklärt Becker, der genau hierin die Meisterschaft des Dichters erkennt. Und auch wenn der Rezensent nicht beurteilen möchte, ob Zagajewski der wichtigste polnische Dichter der Gegenwart ist, ein "würdiger Kompagnon" sei er allemal.
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