T.C. Boyle

I walk between the Raindrops. Stories

Cover: I walk between the Raindrops. Stories
Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN 9783446274037
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren und Anette Grube. Das war der Tag, an dem die Hyäne kam, um ihn zu holen, und es spielte keine Rolle, dass es im Süden Frankreichs überhaupt keine Hyänen gab, vor allem nicht in Pont-Saint-Esprit, sie war da und wollte ihn holen." Dreizehn neue brillante Storys vom Meister des Genres, surreal und abgründig witzig: Sie handeln von sprechenden Drohnenautos, die ihre Passagiere auf algorithmischen Routen durch die Landschaft führen, von bodenständigen Müttern, die sich mit jungen Incel-Männern anlegen, aber auch von Spaziergängen durch den kalifornischen Regen, während die Küste von Sturzfluten verwüstet wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2024

"Nichts für Zartbesaitete", so schätzt Rezensent Johann Thöming diesen neuen Kurzgeschichtenband von T.C. Boyle ein: In dreizehn Geschichten passiert eigentlich normalen Menschen, Studenten, Vätern, Fischern, Außergewöhnliches. Ein ganzes Fischerdorf bricht in einer Psychose aus, ein Kommilitone begeht einen Amoklauf - fast zu viel, bekundet Thöming, der von Boyles anschaulicher, mitreißender Sprache überzeugt ist. Am besten langsam lesen, empfiehlt er zum Schluss.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 14.06.2024

Einen "Realisten mit Röntgenblick" nennt Rezensent Eberhard Falcke  T.C. Boyle. Das Gewöhnliche wie das Außergewöhnliche zu durchleuchten, sodass es dem Leser oder der Leserin hernach in all seiner Widersprüchlichkeit, Tragikomik, in seiner Grausamkeit oder Bedrohlichkeit klar vor Augen steht - das ist Boyles großes Talent, welches er auch in seinem neusten Kurzgeschichtenband beweist. Zudem zeigt er sich hier, mehr noch als in seinen Romanen, als aufmerksamer, kritischer Beobachter der Gegenwart. Ob Lockdown, autonom fahrende Autos oder Sozialkreditsysteme - Boyle versteht es, gegenwärtige Phänomene und Probleme zu erfassen und erzählerisch zu durchdringen, lobt Falcke. Dabei lässt er immer wieder alltägliche, harmlose Situationen herrlich eskalieren, und das ganz ohne Polemik oder Satire, so der Rezensent - das kann nur ein großer Erzähler.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.05.2024

T. C. Boyle findet die Stoffe für seine Bücher laut eigenen Aussagen überall in seiner Umgebung, meint Rezensent Joachim Scholl, der dem Autor bescheinigt, in der Tat über ein außerordentliches Gespür für den amerikanischen Alltag insbesondere der Mittelklasse zu verfügen. Scholl fasst drei der 13 hier versammelten Geschichten zusammen und lobt im Anschluss die Präzision, mit der Boyle gegenwärtige Debatten, zum Beispiel um Gender und Rassismus, zu fassen bekommt. Abschließend verweist die durchweg positive Rezension auf Boyles Vorbilder, denen er auch in diesem neuen Buch Referenz erweist, und zu denen neben amerikanischen Schriftstellern wie Raymond Carver auch europäische wie Albert Camus zählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.05.2024

Dem amerikanischen Erfolgsautor T.C. Boyle sind mit seinem neuen Erzählungsband "I Walk Between the Raindrops" treffende und literarisch ansprechende "Zeitgeschichten" gelungen, findet Rezensent Stefan Michalzik. In den dreizehn Stories zeige sich die Wirklichkeit mal beiläufig, mal direkter: Da wird z.B. ein kalifornisches Ehepaar, das zum Valentinstag nach Kingman, Arizona, reist, wo der 80-jährige Vater der Frau in einem Trailerpark lebt, mit den Schrecken der heruntergekommenen Provinz konfrontiert. Zu Boyles wiederkehrenden Themen gehören Naturzerstörung und Ökologie; auch sie finden in dem Erzählungsband Platz, etwa wenn für 50 Dollar zwei Stunden "Naturbaden" angeboten wird oder in "Wenn der Berg zum Meer kommt" besagtes Kingman, Arizona, wegen eines Erdrutschs evakuiert wird. Boyle erzählt von alldem, so Michalzik, schonungslos sowie in nüchternem und pointiertem Ton,  mithin ohne die schützenswerte Natur naiv zu romantisieren. Den von Dirk van Gunsteren und Anette Grube übersetzten Band kann der Rezensent zur Lektüre empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2024

T. C. Boyle ist ein Meister der kurzen Form, da ist sich Rezensentin Irene Binal nach der Lektüre sicher. Geschickt stiftet der Autor mit seinen Texten, es geht dabei, lesen wir, um viele wichtige Themen unserer Zeit. Ganz besonders interessiert sich Boyle, erläutert Binal, für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, das bei ihm keineswegs harmonisch gedacht ist, was sich unter anderem in Geschichten über giftiges Getreide und Klapperschlangenbisse niederschlägt. Aber auch die Corona-Pandemie und selbstfahrende Autos treiben ihr Unwesen in Erzählungen, die, so Binal, von Menschen handeln, die stets authentisch wirken. Besonders freut sich die Rezensentin über die Abwesenheit von moralisierenden Passagen in diesem Buch.

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