Szilard Rubin

Die Wolfsgrube

Roman
Cover: Die Wolfsgrube
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783871347535
Gebunden, 204 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Timea Tanko. Sechs alte Schulfreunde kommen mit ihren Frauen zum ersten Mal nach fünfzehn Jahren zu einem gemeinsamen Wochenende in einem Landhaus zusammen. Die Wiedersehensfreude ist groß, aber schon bald stellt man fest, dass man sich voneinander entfernt hat. Es kommt zu Verstimmungen, bis schließlich bei «Mörder und Detektiv», einem harmlosen Gesellschaftsspiel, das die Lage entspannen soll, das Unfassbare passiert: Nachdem für kurze Zeit das Licht gelöscht war, liegt eine der Mitspielerinnen erdrosselt im Wohnzimmer. Hauptmann Beke, Ermittler der ungarischen Spionageabwehr, macht sich umgehend daran, den Fall aufzuklären.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2013

Oliver Pfohlmann begrüßt die vorliegende deutsche Übersetzung von Szilárd Rubins 1973 erschienenen Roman "Die Wolfsgrube", dem einzigen Krimi des 2010 verstorbenen ungarischen Autors, der seit einigen Jahren wieder entdeckt wird. Auch wenn er den Roman um ein Wiedersehen von Schulfreunden, das nach einem Detektiv-Partyspiel für eine der Beteiligten tödlich endet, nicht unbedingt als großartiges "Meisterwerk" der Kriminalliteratur werten möchte, hat er das Buch mit einigem Vergnügen gelesen. Er bescheinigt dem Autor, ein vertracktes "Whodunnit"-Spiel zu inszenieren, das den Leser mehr als einmal auf die falsche Fährte führt und zum Rätseln geradezu herausfordert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.04.2013

Es ist toll, dass Autoren wie Szilárd Rubin hin und wieder daran erinnern, dass Krimis nicht nur dazu taugen, die Zeit totzuschlagen, freut sich Lothar Müller. "Die Wolfsgrube" orientiert sich am guten alten Modell Miss Marple und Company, erklärt der Rezensent. Sechs Schulfreunde, die 1945 Abitur gemacht haben, treffen sich nach Jahren wieder, man spielt "Mörder und Detektiv" bis einer tot ist, wirklich tot - und klassisch: es muss einer von ihnen gewesen sein. Soweit, so Christie, gibt der Rezensent zu. Die Maschinerie läuft aber nicht leer, erklärt Müller, und der Abiturjahrgang der Freunde gibt bereits einen kleinen Hinweis auf Rubins Motiv. Ganz nebenbei entwirft der Autor nämlich ein Porträt der ungarischen Nachkriegsgesellschaft und damit seiner eigenen Generation. Und diese Zeit hält ausreichend authentische Mordmotive bereit, sodass Rubin auch den Vergleich mit dem "berühmten Realismus" der amerikanischen Tradition nicht zu scheuen braucht, versichert Müller.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2013

Martin Lhotzky hat diesen Kriminalroman des erst allmählich wiederentdeckten ungarischen Autors Szilard Rubin aus dem Jahr 1973 mit großer Spannung gelesen. Und das nicht nur weil Rubin in diesem  Genrestück sechs ehemalige Schulfreunde in einem Wochenendhaus zusammenbringt, von denen eine, die Ballett-Tänzerin, das Spiel "Mörder und Detektiv" nicht überlebt. Zwar überraschen Lhotzky die Wendungen, die der Fall nimmt, aber spannender findet er, wie Rubin die Atmosphäre der siebziger Jahre in Ungarn einfängt und dabei auch den Kalten Krieg, den Antisemitismus und die unaufgearbeitete Vorkriegsdiktatur ins Spiel bringt.
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