Sylvain Gouguenheim

Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel

Die griechischen Wurzeln des christlichen Abendlandes.
Cover: Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011
ISBN 9783534232215
Gebunden, 265 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Jochen Grube. Mit einem Kommentar von Martin Kinzinger und Daniel König. Kultur und Wissenschaft der griechischen Antike wurden im christlichen Europa nicht, wie bisher weithin angenommen, vor allem durch die arabisch-islamische Vermittlung verbreitet. Zwar setzte im 13. Jahrhundert eine lebhafte Übersetzertätigkeit ins Arabische ein, so dass tatsächlich ein breiter Strom der griechischen Wissenschaft auf diesem Wege Eingang in die lateinischsprachige Welt gefunden hat. Das Griechische, die Sprache der Evangelien, behauptete sich jedoch weiterhin. Wichtige Texte wurden von Christen ins Syrische übersetzt; griechische Mönche brachten sie auf der Flucht vor den arabischen Eroberern in den Westen. Schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts übertrug ein griechischer Mönch auf dem berühmten Mont Saint-Michel die aristotelische 'Politik' ins Lateinische. Das berühmte Kloster wurde zu einem Zentrum griechischer Philosophie - Jahrzehnte bevor Aristoteles in Toledo aus dem Arabischen übersetzt wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.08.2011

In Frankreich hat das Buch des Mediävisten Sylvain Gouguenheim eine heftige Kontroverse ausgelöst, und Rezensent Thomas Ricklin möchte sich eigentlich gar nicht mit dem Buch auseinandersetzen, denn in seinen Augen ist mit dem Protest Lyoner Historiker alles gesagt, die dem Autor Islamfeindlichkeit und eine ideologische Geschichtskonstruktion vorwerfen. Gouguenheim hält das weit verbreitete Bild für falsch, demzufolge das christliche Europa im Mittelalter ein Hort der Finsternis war und die Brücke zur griechischen Aufklärung nur durch die arabische Wissenschaft geschlagen wurde. Dagegen verweise Gouguenheim etwa auf Jakob von Venedig, der bereits im frühen 12. Jahrhundert in der Abtei von Mont Saint-Michel Aristoteles übersetzt habe. Ricklin erkennt hier auf "Halbwahrheiten und Unterschlagung im großen Stil".
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