"Dick und Doof" spielen in vielen Kindheitserinnerungen als erste Erfahrungen mit Film eine große Rolle - von erwachsenen Cineasten aber sind Stan Laurel und Oliver Hardy im Gegensatz zu Charlie Chaplin oder Buster Keaton nur selten ernst genommen worden. Sven Hanuschek plädiert dafür, das Werk der beiden Komiker aus den USA noch einmal unvoreingenommen zu betrachten: in den vollständigen Filmen, die früher nur selten gezeigt wurden, inzwischen aber auf DVD zugänglich sind. Und plötzlich sieht man mehr als Tortenschlachten und Missgeschicke: eine doppelbödige Welt, in der die Unterschiede zwischen Sein und Schein ins Wanken geraten, großes Kino auf der Höhe seiner Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Dieser Band ist, obwohl der Autor Sven Hanuschek Germanistik-Professor in München ist, keine wissenschaftliche Studie im engeren Sinn, sondern ein Essay. In mehreren Anläufen nähere sich der Verfasser dem Komikerpaar, seinem Leben wie seinem Werk, und stets ist das, was er dabei herausarbeitet, nach Ansicht des Rezensenten Michael Adrian interessant. Der Grundimpetus liegt darin, Laurel & Hardy aus dem Vorurteilskäfig, in den sie als "Dick & Doof" in Deutschland gesteckt wurden, zu befreien. Das heißt auch: zu erklären, warum sie in einem Atemzug mit den Ikonen Charlie Chaplin (mit dem Stan Laurel im übrigen aus England in die USA gelangte) und Buster Keaton genannt zu werden verdienen. Als aus dem Slapstick der Komiker entbundenen Höhepunkt ihrer Kunst begreift Hanuschek dabei jene Momente, in denen etwa in Oliver Hardys Krawattenzwirbeln eine "hübsche reine Sinnlosigkeit" entstehe. Der Rezensent beschränkt sich weitgehend auf die Wiedergabe des Inhalts, hat dieses Buch aber fraglos gerne und mit Gewinn gelesen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…