Aus dem Amerikanischen von Angelika Arend. Jacques Tatis Monsieur Hulot, unverkennbar mit seiner Pfeife, seinem Regenschirm und seinen gestreiften Socken, war eine geniale Slapstick-Kreation, die das Publikum auf der ganzen Welt über die Absurdität des Lebens lachen ließ. David Bello's Biografie zeichnet Tatis Aufstieg und Fall nach, von seinen Anfängen als Varieté-Mime während der Depression über den Erfolg von "Jour de Fête" und "Mon Oncle" bis hin zu "Playtime", dem grandiosen Meisterwerk, das den gefeierten Regisseur und Oscar-Preisträger in den Bankrott trieb und ihn um finanzielle Unterstützung für die Fertigstellung seiner letzten Filme betteln ließ. Bei der Analyse von Tatis einzigartiger Vision, eines Clowns, dessen filmische Innovation darin bestand, das alltägliche Leben in eine Kunstform zu verwandeln, enthüllt Bellos die komplizierte Inszenierung seiner berühmtesten Gags und stützt sich auf bisher unzugängliche Archive, darunter Filmmaterial, Videos, aufgezeichnete Interviews und frühe Entwürfe von Drehbüchern, sowie die Mithilfe von Tatis Tochter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.07.2024
Rezensent Martin Zips freut sich, dass David Bellos' Tati-Biografie 25 Jahre nach ihrer englischen Erstveröffentlichung nun endlich auch auf Deutsch erscheint. Komplexer und mit genauerem Blick auf Tatis Herkunft und Leben als alles bisher Erschienene zum Thema, bietet ihm Bellos unter anderem Informationen zu Tatis nicht gerade ehrenhafter Haltung zu den Nazis oder auch zu seiner unehelichen Tochter. Die bitteren Wendungen im Leben und Arbeiten Tatis kann der Autor gut herausarbeiten, findet Zips. Bellos' Tati ist ein tragischer Held, genau wie seine Figuren, meint Zips abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2024
Rezensent Bert Rebhandl nennt das Buch des Romanisten David Bellos eine Tati-Biografie von Rang. In der vorliegenden deutschen Übersetzung des bereits 1999 im Original erschienenen Bandes entdeckt Rebhandl allerhand Details aus dem Werk Tatis, die Bellos analytisch seziert, um daraus auf das Genie zu schließen. Für den Leser nicht immer leichte Kost, laut Rebhandl allerdings durchaus gekonnt und mit dem Ergebnis, dass wir Tatis Gags kinetisch, akustisch und autobiografisch besser verstehen. Wie Tatis Herkunft oder das Tennisspiel des Vaters in die Filme hineinspielen, erkennt Rebhandl mit Bellos' Hilfe.
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