Am Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt, gewann die Rheinlandschaft in den folgenden einhundert Jahren eine populäre Form als poetisches Motiv und nationales Statusobjekt der Deutschen. Die Autorin stellt die Lyrik in das Zentrum ihrer Studie, welche die Motivgeschichte des Rheins erstmals in ihrer Gesamtheit darstellt. Sie kreist um die Frage, wie und warum sich der Rhein als politisches Nationalsymbol durchsetzen konnte. Einzelne Ereignisse etwa die Befreiungskriege oder die Rheinkrise von 1840 werden besonders herausgehoben. Intensiv beleuchtet werden die Dichtungen der ersten Rheinromantiker Clemens Brentano, Friedrich Schlegel und Joseph von Eichendorff. Ernst Moritz Arndts Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze wird ebenso behandelt wie Heinrich Heines bekannte und unbekannte Rheinlieder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2004
Alexander Kosenina findet, dass Susanne Kiewitz mit "Poetische Rheinlandschaft" verdienstvoller Weise ein wichtiges Motiv der deutschen Literatur von den unterschiedlichsten Seiten erschließt: nämlich "Vater Rhein" und seine Widerspiegelung in der deutschen Literatur und Geistesgeschichte, von Hölderlin über Schlegel und Körner bis zu Franz Biberkopf, der in "Berlin Alexanderplatz" "Die Wacht am Rhein" grölt. "Schier unerschöpflich" sei das Material, das die Autorin zusammenträgt, "ausführlich und geduldig" erledige sie "ein gewaltiges Pensum". Bei der Fleißarbeit bleibt es jedoch nicht. Denn Kiewitz geht "durch ihre problemgeschichtliche Topologie noch weit über einen bloßen Katalog von Fundstellen hinaus", schreibt Kosenina. Ein Extralob des Rezensenten trägt Heinrich Heine davon. Denn keiner verlasse "so eigenwillig und geistreich die ausgetretenen Pfade" wie dieser. Die Vieldeutigkeit des vaterländischen Hauptstroms, sein Changieren zwischen den Rollen des Retters und Zerstörers, könne man von der "Loreley" bis zum "Wintermärchen" nachvollziehen.
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