Richard van Dülmen

Poesie des Lebens

Eine Kulturgeschichte der deutschen Romantik 1795-1820. Band 1: Lebenswelt
Cover: Poesie des Lebens
Böhlau Verlag, Köln-Weimar 2002
ISBN 9783412073022
Gebunden, 350 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Die deutsche Romantik zählt mit ihrer unglaublichen Fantasie, ihrer mächtigen Ausdrucksgewalt und philosophischen Breite zu den bemerkenswertesten Kulturen der Neuzeit. Unendlich vielschichtig ließ sie keinen Bereich aus: Natur und Kunst, Wissenschaft und Geschichte, Musik und Politik, Gefühl und das Unbewusste. Diese Kulturgeschichte zeigt die Romantik in ihrer ganzen Vielfalt, schöpferischen Breite und sozialen Dimension: Herkunft und Ausbildung, weibliche Lebenswelten, Lebensplanungen und Schriftstellerleben, Freundschaftsbünde, Briefwechsel und Selbstbekenntnisse, die Bedeutung der Französischen Revolution, Liebe, Ehe und Scheidung, Glaube, Religion und Konversionen werden beschrieben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.01.2004

Mit großem Respekt behandelt Klaus Harpprecht den Versuch Richard von Dülmens, das Porträt einer ganzen Epoche, der Romantik, zu zeichnen. Er meldet jedoch Zweifel an, ob denn die These des Autors, dass die "romantische Kultur ... eine Sache der bürgerlichen Eliten" geblieben sei, richtig sei und bemängelt die enge zeitliche Eingrenzung der Epoche. Gleichwohl findet der Rezensent das Buch lesenswert und lesbar und weist auf einen erhellenden und sorgsam argumentierenden Abschnitt über die Französische Revolution hin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2003

Geradezu entsetzt ist Rezensent "Rh" über diesen dilettantischen Band. Die Frage "Was ist Romantik?" bleibe vollkommen "unbeantwortet", da Richard van Dülmen sich darauf beschränke, Texte kommentarlos nachzuerzählen oder abzudrucken. Auch der Anhang befinde sich in einem "desaströsen Zustand": hier fänden sich neben regelrechten "Absurditäten" und "Ungereimtheiten" auch horrende Druckfehler und schlampige bibliografische Angaben. Die Frage, schließt der Rezensent, laute hier wohl kaum "Was ist Romantik?", sondern vielmehr "Wie konnte dieses Buch überhaupt erscheinen, ohne noch einmal gründlich lektoriert und korrigiert worden zu sein?" Zu allem Überfluss stehe auch noch ein zweiter Band in den Startlöchern, der in "voller Breite" (die spöttischen Anführungszeichen stammen vom Rezensenten) die "Denkwelten" der deutschen Romantiker erfassen soll.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002

Als "philiströse Gesamtdarstellung" der deutschen Romantik brandmarkt ein im Internet anonymer Rezensent Richard van Dülmens "Poesie des Lebens" und lässt kein gutes Blatt daran. So zitiert er süffisant einen unfreiwilligen Witz des Autors, der über Sophie Mereau, die 1803 Clemens Brentano heiratete, schreibt: "Allerdings starb sie, als es zu neuen Konflikten kam. Vielen anderen Frauen wurde dieser Schritt nicht so leicht gemacht." Für den Rezensenten sind die beiden Sätze symptomatisch für den ganzen Band, sie bringen für ihn "Anspruch und Elend" von van Dülmens Gesamtdarstellung auf den Punkt. Wie er ausführt, was es das Ziel des Autors, aus den biografischen Quellen die Lebenswelt der Romantiker zu rekonstruieren. Das ist ihm nach Ansicht des Rezensenten absolut nicht gelungen. Denn selten falle die "Inkongruenz von Autor und Gegenstand" so sehr ins Auge wie hier. Der Autor finde keine Sprache, um dem Besonderen des romantischen Lebens Ausdruck zu verleihen. So die Vorwürfe. Kritik übt der Rezensent ferner an van Dülmens Beschränkung der Romantik auf die Jahre zwischen 1795 und 1820 sowie seiner biederen Art der Darstellung. Zudem kann er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass lediglich Lexika- und Handbuchartikel in fortlaufenden Text, "gestelzte Prosa", übertragen wurden. "Wer mehr sucht als Stilblüten und kleine Ungenauigkeiten", so der Rezensent hämisch, "wird in diesem Band durchgehend enttäuscht."
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