Spätestens seit "Fridays for Future" ist das Thema "Klimawandel" als eines der dringlichsten Probleme unserer Zeit erkannt worden. Doch trotz eindeutiger Verpflichtungen zu den Zielen des Pariser Weltklimaabkommens sind wir weit davon entfernt, diese auch zu erreichen - warum? Ihre Argumente sind krude, ihre Finanzen undurchsichtig, aber ihr Einfluss reicht bis in Regierungen. Klimawandelskeptiker und Lobbyisten der Fossilindustrie sind nicht nur in den USA aktiv, sondern auch in Europa. Ihr Ziel: Klimaschutzgesetze torpedieren, die Verbrennung fossiler Rohstoffe fördern und die Staaten dazu bewegen, aus dem Pariser Weltklimaabkommen auszusteigen. Dieses Buch zeigt, mit welchen Strategien, Netzwerken und Argumenten die Klimaschutz-Bremser gegen die europäische Klimaschutzpolitik kämpfen. Die Autorinnen erklären, warum Deutschland seine Klimaziele wirklich verfehlt und welche Interessengruppen unsere Zukunft verbauen. Ein erschütternder Bericht darüber, dass gutgemeinte Selbstverpflichtungen gar nichts bringen und ein Weckruf: Wir brauchen eine starke Klimapolitik!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2020
Rezensent Christian Schwägerl begrüßt das in der Schwarzbuch-Tradition verfasste Buch von Susanne Goetze und Annika Joeres. Wie die beiden Autorinnen nach verantwortlichen Bremsern in Sachen Klimapolitik fahnden und fündig werden bei Leugnern, rechten Ideologen und Wirtschaftslobbyisten, findet Schwägerl lesenswert, auch wenn mitunter die Sachlichkeit flöten geht. Stark scheint ihm der Band in den Gesprächen mit Leugnern, weil die Autorinnen hier offenbar nicht einfach anprangern, sondern das Phänomen zu begreifen suchen, wie Schwägerl vermutet. Die Frage, ob Wissenschaftsfeinde so viel Aufmerksamkeit verdienen, beantwortet sich Schwägerl selbst: Die Gefahr der Bremser in der Politik hätten die Autorinnen seiner Ansicht nach sogar noch stärker herausarbeiten dürfen. Statt der provokanten Nennung von Namen wie Thomas Bareiß und Joachim Pfeiffer hätten sie ruhig mehr Nachweise liefern können, findet er. Dass der Band kein Personenverzeichnis enthält, versteht der Rezensent nicht.
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