Susanne Cassel

Politikberatung und Politikerberatung

Eine institutionenökonomische Analyse der wissenschaftlichen Beratung der Wirtschaftspolitik
Cover: Politikberatung und Politikerberatung
Paul Haupt Verlag, Bern 2001
ISBN 9783258062778
Gebunden, 277 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Die westlichen Demokratien sehen sich seit einiger Zeit mit einer Reihe ökonomischer Probleme konfrontiert, die politisches Handeln dringend nötig machen. Angesichts dieses Problemdruckes müßten die Betätigungsmöglichkeiten für Ökonomen, die praxisrelevante Lösungskonzepte entwickeln und diese als Beratungsangebote bereitstellen, besser denn je sein. Tatsächlich mangelt es nicht an vielfältigen Vorschlägen von seiten der Wissenschaft. Die Politik ignoriert indes diese Lösungsvorschläge häufig mit der Begründung, sie würden einen zu geringen Realitätsbezug aufweisen und politisch kaum durchsetzbar sein. In dieser Arbeit wird das Problem der wissenschaftlichen Beratung der Wirtschaftspolitik mit Hilfe des konstitutionenökonomischen Instrumentariums angegangen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2002

Karen Horn äußert sich zu diesem Buch, das untersucht, warum Politikberatung in Deutschland nicht zu optimalen Ergebnissen führt, ausschließlich positiv. Sie lobt die Autorin sehr für ihre "gründliche, angenehm lesbare Analyse" und findet ihre Argumente, die sich auf einen "konstitutionenökonomischen Ansatz" stützen, überzeugend. Es sei nachvollziehbar, dass die Beratung von Politikern durch Sachverständige die Sorge der Politiker um ihre Wiederwahl berücksichtigen müsse, wie die Autorin argumentiere, referiert Horn zustimmend. Sie scheint sich deshalb der Autorin anschließen, die in ihrer Studie fordert, "Politikberatung" von der "Politikerberatung" zu trennen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2001

In einer Doppelbesprechung befasst sich der Rezensent mit dem Kürzel "Gy" mit zwei Büchern, in denen es um (mangelnde) Beteiligung und Mitgestaltung von Bürgern in der Politik geht.
1.) Susanne Cassel: "Politikberatung und Politikerberatung" (Paul Haupt)
"Gy" stellt zunächst einmal klar, dass es sich bei Politikerberatung um Beratung von Politikern handelt, bei Politikberatung hingegen um Beratung der Bürger. Nach "Gy" scheint es sich bei der reinen Politikerberatung um ein etwas überholtes Modell zu handeln, und so betont er, dass die Autorin diese mit der "neueren (...) Sicht der Institutionenökonomie" vergleicht, die davon ausgeht, dass alle Beteiligten (auch die Politiker) vor allem eigene Interessen verfolgen. "Gy" hat bei der Lektüre den Eindruck gewonnen, dass die Autorin die Ansicht vertritt, dass Bürger Politikern gegenüber grundsätzlich im Nachteil sind, allerdings auch "selber ziemlich träge im Nachfragen und Verarbeiten von Beratungsleistungen" sind. Davon abgesehen scheint es dem Rezensenten zu gefallen, dass die Autorin den Reformbedarf bei deutschen Beratungsinstitutionen aufzeigt und verschiedenen Vorschläge zu einer besseren Effizienz macht. Allerdings wird seiner Ansicht nach die "Spannung zwischen den Polen Bürger und Politiker" nicht ausführlich genug dargestellt und nur unzureichend darauf eingegangen, wie die Bürger ihren Einfluss "im politischen Prozess" erhöhen könnten.
2.) Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer: "Für Effizienzstaat und Direktdemokratie" (Schriftenreihe des Unternehmerinstituts)
An diesem Band lobt der Rezensent besonders, dass hier "knapp und konsequent" dargestellt wird, wie der Einfluss der Bürger in der Politik gestärkt werden könnte. Die Stichworte dabei sind "mehr Selbstbestimmung und mehr Mitbestimmung". "Gy" weist darauf hin, dass das Buch eine Überarbeitung und Aktualisierung einer vor fünf Jahren erschienenen Veröffentlichung ist, die unter Berufspolitikern seinerzeit in Deutschland auf heftige Abwehr traf, da eine "direkte Demokratie" selbstredend die eigenen Interessen von Politikern behindern könnte. Einen anderen Punkt, den "Gy" hervorhebt, ist ein Plädoyer in diesem Band für eine Stärkung des Föderalismus in Deutschland, da der Wettbewerb unter den Ländern eine bessere Kontrolle der Politiker beim Umgang mit Steuergeldern durch die Bürger ermögliche.
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