Suneeta Peres da Costa

Safran und Salz

Roman
Cover: Safran und Salz
Rowohlt Verlag, Reinbek 2000
ISBN 9783498052980
Gebunden, 288 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Pociao und Roberto de Hollanda. Die phantasievolle, gewitzte Mina Pereira liebt nichts mehr, als Geschichten zu erfinden. Das muss sie auch, denn nur noch das aus diesen Geschichten gesponnene Netz hält ihre exzentrische Familie zusammen. Die Pereiras haben nämlich Probleme mit der Bodenhaftung - auch wenn sie in einem Reihenhaus vor den Toren Sydneys ihre schlichte Existenz führen. Als Einwanderer aus Indien von den Nachbarn belächelt, wollen sie hoch hinaus - und vergessen dabei gern die Wirklichkeit. Minas ältere Schwester Deepa, das tyrannische Wunderkind, verschlingt schon mit acht die Werke der Weltliteratur, während das sportliche Nesthäkchen Shanti mit artistischen Saltos und Flick-flacks ihren Vorbildern aus den Trickfilmen nacheifert. Der Vater, ein überzeugter Anarchist, lehrt seine Kinder bei Tisch den aufrechten Gang, vergräbt sich aber selbst gern wie ein Maulwurf im Keller, um seiner Familie zu entkommen. Minas geliebte Mutter, die so leckere Currys und Samosas zubereitet, flieht vogelgleich in die luftigen Höhen der Bäume, seitdem sie sich einer Krebsoperation hat unterziehen müssen. Wie Ariadne vor dem Minotaurus steht Mina vor den Monstern des Erwachsenwerdens. Auch sie ginge am liebsten fort, zurück nach Indien, doch was würde dann aus ihrer Familie?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2000

Durchaus begeistert zeigt sich Claude Conter von diesem "dialogstarken und vergnüglichen" Debütroman der Autorin und lobt insbesondere die "wunderlichen Einfälle und Sprachwitz", mit der die Geschichte von einer äußerst - sagen wir mal - merkwürdigen Familie erzählt wird. Eine gewisse Erleichterung ist beim Rezensenten spürbar, dass die Autorin, eine indisch-stämmige Australierin, hier keine "Betroffenheits"- Literatur verfasst hat, auch wenn die Probleme ethnischer Minderheiten, wenn auch eher nebenbei, eine Rolle spielen. Für Conter steht eindeutig das Phantastische im Vordergrund, etwa die Vogel-Psychose der Mutter, das Mädchen Mina, das Seismografen auf dem Kopf trägt, oder die dreijährige Deepa, die schon die Steuererklärung für ihre Eltern erledigen kann. "Skurrile Ideen und kauzige Figuren" findet Conter typisch für diesen Roman, und seiner Ansicht nach gelingt es der Autorin hervorragend, tragische Elemente mit Komik und "Burleske" zu verbinden. Nicht zuletzt zeigt er sich amüsiert darüber, dass der Roman "zudem eine bezaubernde Satire auf die Kindererziehung" ist.
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