Herausgegeben von Dorothee Wilhelm, Manuela Reimann und Chudi Bürgi. Sumaya Farhat-Nasers Buch ist im Zeichen eskalierender Gewalt und wachsender Perspektivlosigkeit entstanden. Es beschreibt die erdrückenden palästinensischen Erfahrungen im Schatten des sogenannten Friedensprozesses und vermittelt Einblick in die palästinensische Gesellschaft, ihre politischen und sozialen Strukturen sowie in die Probleme ihrer Führung. Es berichtet zudem aus dem Innern der palästinensisch-israelischen Frauen-Friedensarbeit, dokumentiert anspruchsvolle Dialoge und Konfliktgespräche und analysiert die gegenseitigen Geschichtsmythen und ihre Wahrnehmung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2002
Sumaya Farhat-Naser, palästinensische Friedenskämpferin in Jerusalem, berichtet über ihre Arbeit in den letzten Jahren und über die Mühen der beidseitigen Annäherung, so die Rezensentin Renate Wiggershaus. Kurz stellt sie die Autorin vor und referiert dann den Inhalt des Buches. In Jerusalem wurden 1994 zwei Frauenzentren gegründet, ein palästinensisches und ein jüdisches. Jahrelang verband beide Zentren ein fruchtbarer Dialog, der in einem gemeinsamen Engagement für den Frieden wurzelte, der dem vorherrschenden Hassdiskurs trotzte und durch gemeinsame Veranstaltungen versuchte, gegenseitiges Kennen- und Verstehen lernen zu fördern. Hierbei entstanden auch Erklärungspapiere, die in ihren Forderungen weit über das Osloer Abkommen hinausgingen und speziell auch die politische Gleichberechtigung der Frauen verlangten. Doch angesichts der offensichtlichen Verschärfung des Konflikts empfanden die Friedensaktivistinnen Enttäuschung und Entmutigung, sie mussten zusehen, wie Krieg und Terror selbst private Initiativen zunichte machten und zum Abbruch des Dialogs zwischen israelischen und palästinensischen Friedensfrauen führten. Doch laut Rezensentin ist für Farhat-Naser dieser Abbruch nur vorübergehend und birgt neue zukunftsträchtige Aufgaben, nämlich das Ausdiskutieren und Niederschreiben der Konflikte. So aufgearbeitet, sind die Konflikte 'wie Stoffreste, aus denen der Flickenteppich Frieden hergestellt werden kann', zitiert die Rezensentin.
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