Steven Uhly

Adams Fuge

Roman
Cover: Adams Fuge
Secession Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783905951080
Gebunden, 232 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

"Adams Fuge" liefert der aktuellen Diskussion um Integration, Migration und Bildung von Identitätsmustern einen literarischen Spiegel, der die landläufigen Argumentationen hellsichtig beleuchtet. Steven Uhlys neuer Held wird als Kind von seinem türkischen Vater aus dem Umfeld der deutschen Mutter in einen Vorort von Ankara entführt. Jahre später tötet er bei einem militärischen Konflikt mit kurdischen Aufständischen einen Menschen. Kurze Zeit darauf sendet ihn das Verteidigungsministerium der Türkei nach Deutschland. Er wird Agent wider Willen und muss über Umwege feststellen, dass er als Spielball internationaler Interessen eingesetzt wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2011

Aus dem Ruder laufende V-Männer und die Frage, ob der Verfassungsschutz eher die Rechtsextremen unterwandert oder die Rechtsextremen den BND - Christopher Schmidt ist angesichts der aktuellen Enthüllungen um die Zwickauer Terrortruppe und das versagend er Behörden bei dieser Geheimdienst-Groteske das Lachen mitunter im Halse stecken geblieben. Aber natürlich kann er dem Autor Steven Uhly keinen Vorwurf daraus machen, dass er ihm den ganzen Aberwitz der Geheimdienstarbeit so schön vorgeführt hat, denn frivol werden das Buch nie, Ziel seiner Attacken seien immer die Ideologien, nie die Opfer der Verbrechen. Dass Uhly dabei noch immer weitere Schichten an Absurdität aufhäuft, den türkischen Geheimdienst, die PKK und die Nato-Agenten mit ins Spiel bringt, hat Schmidt "komischen Grusel" beschert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2011

Oliver Jungen hat einen Abwehrzauber entdeckt, mit dem sich das ätzende Problem der Nationalideologien ganz gut bewältigen lässt. Besser als jede Dämonisierung taugt ihm Steven Uhlys Trashroman mit seinem aberwitzigen Plot dazu, die teuflischen Auswüchse der Integrationsdebatten mit einem Lachen zu bändigen. Uhlys Buch nämlich, erläutert Jungen seine Begeisterung, spart nicht mit schwarzem Humor. Den Plot kennzeichnet der Rezensent als verrückte Millowitschiade aus der Undercoverwelt, bei der sich der Held als Doppelagent mit als Nazis im Hippiekostüm verkleidenten V-Männern herumärgern muss. Gar nicht leicht für Jungen, den Überblick zu behalten, denn des Pudels Kern liegt hier im Spiel mit der Fiktion, wie er immerhin erkennt. Etwas schade findet Jungen, dass Uhly dabei so anspruchslos, fast klamottig erzählt, aber der Plot, meint er, ist hier eben alles.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.10.2011

Viele spritzige Einfälle und karikaturistisches Talent hat Hans-Peter Kunisch auch in Steven Uhlys zweitem Roman entdeckt, ganz kann der Autor in den Augen des Rezensenten mit "Adams Fuge" nicht an seinen schrillen Erstling "Mein Leben in Aspik" anschließen. Was der Rezensent von "Adams Fuge" erzählt, klingt nach Kölner Comedy: Es ist die Geschichte von Adem Öztürk, der mit seiner Familie durch alle Untiefen muss, die das Klischee für eine türkische Familie in Deutschland bereit hält, bis er als türkischer Geheimdienstmann Adam Imp zurückkehrt. Richtig unterhaltsam fand der Rezensent dies nicht, völlig überladen findet er die Geschichte, worüber ihm auch so manch geschickt gezeichnete Trottelhaftigkeit nicht hinwegtrösten konnte.
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