Stephen Parker

Bertolt Brecht

Eine Biografie
Cover: Bertolt Brecht
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518428122
Gebunden, 1030 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrich Fries und Irmgard Müller. In dieser Biografie wird zum ersten Mal das gesamte verfügbare Wissen über den Autor und dessen Arbeit dargeboten. Die Darstellung eines aufgrund der politischen, persönlichen und literarischen Verhältnisse am Abgrund angesiedelten Lebens - nicht die chronologische Registratur - bilden das hervorstechende Merkmal. Von außen kommend zeichnet Parker ein Bild der verschiedenen Lebensstationen und Schaffensperioden Brechts. Er vollzieht die damaligen wie heutigen parteiischen Tendenzen nach, so dass sie in ihrer historischen und literaturhistorischen Konstellation erkennbar werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2019

Rezensentin Teresa Grenzmann ist entzückt von Stephen Parkers Brecht-Biografie. Das im englischen Original bereits 2014 erschienene Buch scheint ihr der umfassendste, fleißigste Zugriff auf Leben und Werk Brechts. Wie Parker Brechts Kreativität auf sein Herz- und Nierenleiden zurückführt, findet Grenzmann überzeugend. Als Nachschlagewerk nicht zu gebrauchen, bietet der Band laut Rezensentin die verlockende Möglichkeit, anhand von soliden Quellen und Erkenntnissen den Zusammenhang von Zeit-, Lebens-, Werk- und Krankheitsgeschichte zu begreifen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.09.2018

Ambros Waibel bekommt endlich "fast" den ganzen Brecht mit der nun "gelungen" übersetzten Biografie von Stephen Parker. Dass es der beste Brecht ist, macht Waibel in seiner Besprechung deutlich, ohne das Buch mit seinen Vorgängern zu vergleichen. Neu erscheint ihm an Parkers Ansatz unter anderem der Blick auf das Verhältnis Brechts zu seinen Eltern, auf die Rolle Margarete Steffins in seinem Leben sowie auf Brechts Durchbeißen zu einer Genie-Existenz und auf seine Bespitzelung durch das FBI in den USA. Das so entfaltete Leben kann der Rezensent nicht anders als reich nennen. Wenn Parker auch Brechts körperliche Leiden, seine Verletzlichkeit beschreibt und auch auf die Erfahrung des Ersten Weltkriegs zurückführt oder das Fehlen ideologischer Beschränkungen bei Brecht erläutert, kann Waibel was lernen. Das Fehlen eines Kapitels zu "Brecht und der Holocaust" merkt Waibel als einen der wenigen Schwachpunkte an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.08.2018

Als Mensch war mit Brecht nicht viel los: ein Heuchler, der anderen den Kommunismus predigte, während er gerissen um seine Honorare feilschte und Grundstücke kaufte; ein Neidhammel, der andere Künstler schlecht machte und sich selbst lobte; ein politischer Opportunist, der glaubte, in der DDR seine Theaterrevolution durchsetzen zu können, wenn er über die Opfer des Stalinismus schwieg. Ganz abgesehen davon, dass er ein "sexbesessener Chauvinist" war. Stephen Parker beschönigt nichts in seiner Brecht-Biografie, erkennt Kritiker Wilhelm von Sternburg an. Aber er lässt auch keinen Zweifel daran, dass er Brecht für ein literarisches Genie hält. Dass er beides auseinanderhalten kann - hier die private Person, dort der Autor - rechnet ihm Sternburg hoch an.