J. B. Metzler Verlag, Stuttgart - Weimar 2026
ISBN
9783662727751 Gebunden, 674 Seiten, 49,99
EUR
Klappentext
Die Bayreuther Festspiele feiern 2026 ihren 150. Geburtstag. Seit der Gründung sind sie ein "Seismograph deutscher Befindlichkeit" (Udo Bermbach), aber auch ein Brennspiegel ästhetischer Prozesse. Das Buch zeigt, wie und warum sich Sinnhorizonte bei den Festspielen verschoben haben. Es beschreibt, wie und warum sich der Umgang mit Wagner diesseits und jenseits der Bühne verändert hat - teils radikal, teils moderat und fast unmerklich. Die 25 Kapitel des Buches widmen sich zentralen Aspekten der Festspiele unter neuen Blickwinkeln und oft auf der Basis unveröffentlichter Dokumente. Zahlreiche Quellen werden erstmals ausgewertet - aus dem Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, aus weiteren Archiven sowie aus privaten Nachlässen. Dazu gehört die Korrespondenz mit weltberühmten Dirigenten (Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Pierre Boulez und viele andere). Auch durch Quellen zur Regie von Heinz Tietjen und dem legendären "Neubayreuth" bis hin zu den Inszenierungen von Patrice Chéreau oder Götz Friedrich ergeben sich ungewohnte Perspektiven. Briefe, Briefentwürfe, Tagebücher, Protokolle und Berichte werden dabei ebenso einbezogen wie Dirigierpartituren, Regiebücher und Tonaufnahmen.
Ein reichhaltiges Bayreuth-Buch legt Stephan Mösch Rezensent Manuel Brug zufolge vor. Mösch hatte vor, ein Buch über die neuen Wagner-Festspiele ab 1951 zu schreiben; allerdings, stellt Brug fest, ist das Thema so komplex, dass die Ausführungen doch immer wieder in die ältere Zeit zurück springen. Insgesamt zeigt sich in diesem kaleidoskopisch anmutenden Buch, dass viele Entwicklungen im Laufe der Festspiel-Geschichte nicht auf Planung, sondern auf Zufälle zurückzuführen sind. Erstmals hat der Autor die Nachlässe von Wieland und Wolfgang Wagner ausgewertet, so Brug, und die Materialfülle, die Mösch hier zusammenträgt zeigt, dass diese Geschichte auf keinen Fall abgeschlossen ist. Der Autor interessiert sich auch für die kleinsten Partikel dieser Festivalgeschichte und lässt diese in einem Panorama "glitzern", das manchmal ein wenig unübersichtlich gerät, nichtsdestotrotz seinen Reiz hat, so der Kritiker. Besonders interessant findet Brug die Ausführungen zu geplanten, aber nicht realisierten Projekten, wie zum Beispiel einem "Tristan", dirigiert von Leonard Bernstein und mit Ingmar Bergman als Regisseur. Was den Wagner-Clan angeht, kommt Cosima besser als sonst, Wieland hingegen ziemlich schlecht weg. All das ergibt eine vielfältige Darstellung der "mal glanz-, mal grauenvollen" Ereignisse in Bayreuth, so Brug.
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