Ein Foto von ungeheurer Symbolkraft: April/Mai 1943 im Warschauer Ghetto. Ein kleiner polnischer Junge, dem die Angst ins Gesicht geschrieben steht, wird mit erhobenen Händen abgeführt. Im Hintergrund hält einer seiner Bewacher das Maschinengewehr im Anschlag. Jeder hat dieses Bild schon mal gesehen, doch kaum jemand weiß, was sich hinter dieser erschütternden Szene verbirgt. Zum ersten Mal erzählen Heribert Schwan und Helgard Heindrichs jetzt die Geschichte des SS-Mannes, der mitleidlos und ungerührt hier seinen Dienst versieht: Josef Blösche, 32 Jahre alt, hundertfacher Mörder, bekannt und gefürchtet für seine einzigartige Grausamkeit. Wie wird ein Mensch zu einer derartigen Bestie in Menschengestalt - das ist die Kernfrage, der dieAutoren nachgehen. Indem sie die Geschichte des Josef Blösche anhand von Dokumenten und Zeugenaussagen rekonstruieren, entsteht das Psychogramm eines Mannes, der das perfekte Werkzeug seiner Zeit war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2003
Nach der blutigen Niederschlagung des jüdische Aufstands im Warschauer Getto im April 1943 stellte SS-Brigadeführers Stroop einen Bildbericht darüber zusammen. Eines der Fotodokumente - es zeigt einen kleinen Jungen mit erhobenen Händen und angsterfülltem Gesicht, dahinter einen SS-Mann mit schussbereiter Maschinenpistole - wurde in aller Welt bekannt. Während inzwischen erwiesen ist, dass Junge zu den wenigen Überlebenden des Warschauer Ghettos gehört, war die Identität des SS-Mannes bislang unbekannt. Wer der Mann war, haben Heribert Schwan und Helgard Heindrichs für ein TV-Feature über NS-Verbrecher, die einst in der DDR lebten, recherchiert, berichtet Rezensent Hans-Jürgen Döschner. Das vorliegendes Buch, das "Psychogramm eines Massenmörders", ist daraus hervorgegangen. Den Autoren gelingt es nach Ansicht Döschners, auf breiter Quellen- und Literaturbasis, dank zahlreicher Zeugenbefragungen und nach Auswertung der Stasi-Unterlagen, ein "dichtes Bild" zur Herkunft, Karriere und Tätigkeit eines SS-Mannes zu zeichnen, der wegen seiner Grausamkeit im Warschauer Ghetto berüchtigt war.
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