Stendhal

Armance

Roman
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783458347330
Kartoniert, 256 Seiten, 9,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Arthur Schurig. "Armance" ist Stendhals erster Roman. Es ist die Liebesgeschichte zwischen dem jungen Octave de Malivert und seiner Kusine Armance. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch etwas Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Da ist vor allem Octaves kompliziertes, einzelgängerisches Wesen, das ihn seinen Mitmenschen oft zum Rätsel macht. Die mittellose Armance wiederum fürchtet, für eine Mitgiftjägerin gehalten zu werden, denn Octave verfügt über ein beträchtliches Vermögen. Stendhal schildert diese Liebe eindringlich und mit der Menschenkenntnis, die auch seine späteren Romane (unter anderem Rot und Schwarz) auszeichnet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004

"Armance", schreibt Martin Mosebach, "gehört zu den erstaunlichen Werken der Weltliteratur, die, ohne im engen Sinn politisch zu sein, im poetischen Bild die politische Realität ihrer Zeit einfangen". Die politische Realität: die eigenartige Widersprüchlichkeit der französischen Restaurationszeit, als die verarmten Adligen, die den Lockungen Napoleons widerstanden hatten, von Karl X. für ihre Treue zu den Bourbonen entschädigt wurden, um daraufhin dennoch unterzugehen. Archetypisch verkörpert wird das bei Stendhal von dem jungen Octave - "kühn, geistreich, verschlossen, hart, elegant und schön über jedes Maß, ein Klischee-Aristokrat". Außerdem verfügt er dank des Entschädigungsgesetzes über finanzielle Mittel. Doch seine Existenz wird durch ein Geheimnis verdunkelt. Es ist, verrät Mosebach, was im Buch nie ganz deutlich wird, denn Stendhal habe ein Rätsel stellen wollen - seine Impotenz. Die Restauration von oben bewahrt nur die unfruchtbare Hülle, sozusagen. Das habe Stendhal im ersten seiner Meisterwerke erfasst, und zwar in einer Sprache, "die so knapp sitzt wie Octaves Reithosen und so scharf schneidet wie seine Reitpeitsche".
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