Klappentext

"Welche Gedichte aus der reichen, kaum mehr zu überblickenden Produktion der jüngeren und jüngsten Gegenwart hätte man gern immer zu Hand, um mit und in ihnen auf Expeditionen zu gehen, ästhetische Erfahrungen zu machen? Nur die eigensinnigsten, heftigsten, schönst-umwerfenden natürlich... ein Parlament sprachlicher Wundertiere, wie man es sich über Jahre zusammenstellt, zahllose Lesezeichen und Eselsohren, verstreut über Bibliotheken. Ein solches Plenum wollte ich einberufen, in möglichst kompakter Form versammeln; die poetischen Texte, die mich als Autor und Leser in den letzten zwanzig Jahren am stärksten beeindruckt, berührt und begeistert haben."
"Spitzen" enthält Gedichte von Marcel Beyer, Nico Bleutge, Mirko Bonné, Volker Braun, Ann Cotten, Ulrike Draesner, Elke Erb, Daniel Falb, Gerhard Falkner, Dieter M. Graf, Durs Grünbein, Hendrik Jackson, Thomas Kling, Barbara Köhler, Simone Kornappel, Dagmara Kraus, Birgit Kreipe, Björn Kuhligk, Thomas Kunst, Georg Leß, Friederike Mayröcker, Karl Mickel, Bert Papenfuß, Marion Poschmann, Kerstin Preiwuß, Arne Rautenberg, Monika Rinck, Thomas Rosenlöcher, Andre Rudolph, Silke Scheuermann, Sabine Scho, Katharina Schultens, Tom Schulz, Lutz Seiler, Ulf Stolterfoht, Sebastian Unger, Jan Wagner, Charlotte Warsen, Linus Westhäuser, Ron Winkler und Uljana Wolf.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.12.2018

Rezensent Richard Kämmerlings gefällt an der von Steffen Pop herausgegebenen Lyrik-Anthologie der subjektive, doch nicht willkürliche Zugriff, der Autorinnen wie Elke Erb oder Ann Cotten hemmungslos vor anderen großen Namen hervorhebt, dabei poetologische Kriterien achtend, das bloße "Bedichten" eher meidend. Durs Grünbein oder Jan Wagner erscheinen da plötzlich nicht mehr so zeitgemäß. In den Texten der Auswahl erkennt Kämmerlings utopisches Potenzial. Pops Verständnis von Lyrik als Verwandlungsmaschine, als "Kondensat aus Verhaltens- und Wahrnehmungsweisen", wie Kämmerlings es beschreibt, scheint dem Rezensenten einzuleuchten. Dass der Humor der Neuen Frankfurter Schule im Band nicht vorkommt, findet er allerdings bedauerlich.