Stefan Koldehoff

Van Gogh

Mythos und Wirklichkeit
Cover: Van Gogh
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832172671
Gebunden, 303 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Am 30.03.1853 wurde Vincent van Gogh geboren: Jeder verbindet mit diesem Namen das rührend-romantische Klischee des einsamen Künstlergenies, das zu Lebzeiten nur ein einziges Bild verkaufen konnte, unter der Sonne Südfrankreichs wahnsinnig wurde, sich ein Ohr abschnitt und schließlich aus Verzweiflung selbst erschoss. Diese Künstlerlegende ist weitgehend reine Erfindung. Stefan Koldehoff zeichnet die unbekannten Seiten von Leben und Werk des modernen Van Gogh nach, der konsequent und energisch seine Kunst entwickelte, unter seinen Künstlerkollegen die höchste Anerkennung genoss und sich an den Kunstdebatten seiner Zeit intensiv beteiligte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.03.2003

Bis heute werden selbst in seriösen Publikationen die Klischees vom "irren Genie" Vincent van Gogh gerne kolportiert, weiß Rezensentin Christiane Meixner. Um so erfreuter ist sie, dass nun, zu van Goghs hundertfünfzigstem Geburtstag, neben Viviane Forresters Biografie van Goghs, die die Mythen um den Maler weiterstrickt, mit Stefan Koldehoffs "Van Gogh. Mythos und Wirklichkeit" eine Arbeit vorliegt, die sich kritisch mit der Van-Gogh-Mythologie auseinandersetzt und zudem zahlreiche Fälschungen und Skandale im Werk des Künstlers aufdeckt. "Minutiös" zeichne Koldehoff nach, wie die Erbin, van Goghs Schwägerin, den Maler zum tragischen Genie stilisieren hat: Erst habe sie den Briefwechsel der Brüder herausgegeben, dann kleinere Ausstellungen organisiert und schließlich, als die Nachfrage nach Gemälden sprunghaft gestiegen war, den Handel reglementiert und die Preise stabil gehalten. Insgesamt zeichnet sich Koldehoffs Arbeit nach Ansicht Meixners dadurch aus, dass er in einem fiktiven und damit gefälschten Leben nach objektiven Kriterien und sachlicher Information sucht, statt die Klischees und Mythen, die sich um van Gogh ranken, fortzuschreiben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

Koldehoffs Buch, erfahren wir aus der Rezension von Elke von Radziewsky, klärt zwar darüber auf, wie es zu einigen Legenden um van Gogh kam, und zerstört diese auch zuverlässig. Darüber, wie Van Gogh wirklich war, will die Rezensentin jedoch nichts aus diesem Buch erfahren haben. "Im Stil einer Enthüllungsgeschichte" erzähle Koldehoff unter anderem, wie der Kunsthändler und Kritiker Julius Meier-Graefe die Legende von dem Barbaren und Bürgerschreck Van Gogh erfand, bei dem die Farbe "wie Blut herumspritzte" und auf dessen Bilder die Bäume "schreien" würden. Und auch wie der Verkauf von van Goghs Bildern durch diese Legenden belebt wurde, stellt die Rezensentin dar, sowie dass den "Kern" des Buches die "Fälscheraffäre um den Kunsthändler Otto Wacker" bildet, über die wir aus der Rezension aber leider nichts weiter erfahren.
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