Benoit Landais

Van Gogh - Original oder Fälschung?

Der Streit um die Sammlung Marijnissen
Rogner und Bernhard Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783807701493
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Im November 1885 verlässt Vincent van Gogh sein Nuenener Elternhaus, um in Antwerpen ein Kunststudium zu beginnen. Zurück lässt er rund 1000 Zeichnungen, Skizzen, Studien, Porträts, Landschaftsbilder und Kopien sein ganzes Atelier eben. Der Familie ist es lästig, und so kommen die Bilder in ein paar Holzkisten und werden bei einem Zimmermann auf dem Speicher abgestellt. Jahre vergehen. Inzwischen sind auch die Kisten wieder zum Vorschein gekommen, und ihr Inhalt wird mal einzeln, mal im Dutzend verscherbelt, ehe sich die Spur wieder verliert. 1938 erwirbt der Sammler Adrianus Marijnissen drei umfangreiche Konvolute von 250 Bildern vermutlich der Restbestand aus den rätselhaften Kisten - und sucht den Rat von Sachverständigen. In den nächsten Jahren beugen sich zahllose Fachleute aus dem Umkreis der Van-Gogh-Museen über die Arbeiten. Ihre Gutachten sind widersprüchlich, Echtheitsbescheide werden widerrufen, Kuratoren korrigieren die Urteile ihrer Mitarbeiter, Sammler und Museumsdirektoren sorgen sich - angesichts der vielen neuen Bilder - um den Marktwert ihrer van Goghs.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2005

Kein gutes Haar lässt Alexander Kluy an Benoit Landais? Buch "Van Gogh: Original oder Fälschung? Der Streit um die Sammlung Marijnissen". Editorisch hält Kluy das Buch für eine "mittlere Katastrophe", die von seinem Inhalt noch übertroffen werde. Denn in Landais? Buch wimmelt es nach Ansicht Kluys nur so "vor Häme, vor falschen, einseitigen, teils grotesken, teils erlogenen und durchgehend dilettantischen Urteilen". Die heute allseitig als gefälscht eingestufte Bildersammlung von Adrianus Marijnissens halte Landais für echt. Hinter der Ablehnung dieser Kollektion vermute er eine Verschwörung von Kunsthistorikern, Museumsdirektoren und Gutachtern. Die Geschichten, die sich um Marijnissens Sammlung ranken, erzähle Landais "zäh, konfus, bis zur Langeweile ermüdend". Auch schrecke er vor kaum einer bösartigen Unterstellung und charakterlichen Denunziation zurück. Die Entscheidung des Verlags, das Buch des französischen Amateurkunsthistorikers herauszubringen, kann Kluy nicht nachvollziehen und nennt sie "mehr als originell".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2004

Die Thesen des in den Niederlanden lebenden und selbsternannten Van-Gogh-Experten Benoit Landais können Rezensent Stefan Koldehoff nicht mehr erstaunen, dafür bestreite Benoit Landais die Echtheit echter Van Goghs schon zu lange, wobei er sich gleichzeitig für die Echtheit höchst unglaubwürdiger Van Goghs verbürge. Was den Rezensenten hingegen sehr erstaunt, ist, dass der sonst seriöse Verlag Rogner & Bernhard diesen Thesen Glauben schenkt, eine Übersetzung von Landais' Aufsätzen zur Sammlung Marijnissen in Auftrag gegeben hat, und Landais kurzerhand zum "Robin Hood der Van Gogh-Forschung" ernennt. Der Rezensent neigt eher zu der Bezeichnung "Don Quichotte", zumal Landais in den vorliegenden Aufsätzen die internationale Ablehnung der Sammlung Marijnissen als Verschwörung erklärt und "seitenlang" deren Authentizität behauptet - aufgrund von "ähnlichen Nasenrücken" und für Van Gogh typischen "exzentrischen Veschiebungen", die jedoch für den Rezensenten nicht den Ansatz einer fundierten Argumentation darstellen.
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