Stefan Creuzberger

Kampf für die Einheit

Das gesamtdeutsche Ministerium und die politische Kultur des Kalten Krieges 1949-1969
Cover: Kampf für die Einheit
Droste Verlag, Düsseldorf 2008
ISBN 9783770016259
Gebunden, 604 Seiten, 49,50 EUR

Klappentext

Keine politische Institution in der Bundesrepublik spiegelte in all den Jahren der staatlichen Teilung das facettenreiche, von besonderer menschlicher Tragik, von Irrationalität und Widersprüchlichkeiten geprägte innerdeutsche Verhältnis so wider, wie das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG). An seiner Geschichte lässt sich geradezu exemplarisch die wechselvolle Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen aufzeigen. Das gilt etwa für die zahlreichen, auf Destabilisierung der DDR zielenden 'Undercover-Aktivitäten' des BMG, aber auch für dessen nach innen gerichteten kommunistischen Abwehrkampf. All diese Maßnahmen verstanden sich stets als Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung. Sie fügten sich damit weitgehend in die während der 1950er Jahre praktizierte US-amerikanische Befreiungspolitik ein. Das gesamtdeutsche Ministerium steht aber nicht nur stellvertretend für die Geschichte des Antikommunismus im Nachkriegsdeutschland. Es symbolisiert auch den politischen Wandel, der sich spätestens seit den ausgehenden 1960er Jahren in den Anfängen einer 'Neuen Ostpolitik' manifestiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008

Als "abgeschlossener Teilbereich" der Geschichtschreibung könne die Geschichte der Teilung betrachtet werden - ein Umstand, der Historikern, so der Rezensent Detlef Kühn, in der Regel Freude bereitet. Ein abgeschlossenes Kapitel ist auch die Geschichte des "Bundesministeriums für Gesamtdeutsche Fragen" (BMG), dessen Entstehung und Entwicklung bis zum Ende der Sechziger Jahre dieser Band nun schildert. Etwas merkwürdig findet es Kühn allerdings, dass Stefan Creuzberger sich nur für die erste Hälfte der Geschichte interessiert und auf die Zeit nach 1969 nicht mehr eingeht. Seine Einschätzung, es sei fortan nur noch ein "totes Ministerium" gewesen, teilt der Rezensent ausdrücklich nicht. Was nicht heißen soll, dass er am Band, wie er ist, sonst viel zu kritisieren hätte. Er findet ihn vielmehr "informativ und gut lesbar" und kann ihn dem einschlägig Interessierten nur empfehlen.
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