Als Kind jüdischer Zikusartisten erblickte Sioma Zubicky 1926 in Berlin das Licht der Welt. Als Wunderkind mit dem Xylophon trat er u.a. mit Edith Piaf und Josephine Baker auf. 1940 bis 1943 spielten er und sein Vater für die deutschen Besatzer in Frankreich und spionierten gleichzeitg für die französische Wiederstandsbewegung. Ein großer Teil seiner Familie ist in Auschwitz ermordet worden.
Als regelrecht "herzergreifend" lobt die Rezensentin Angelika Ohland die Lebensgeschichte des "musikalischen Wunderkindes" Sioma Zubicky, das in eine jüdisch-russische Artistenfamilie des Zirkus Busch hineingeboren wurde. "Ernüchternd und herausfordernd zugleich" erscheine die Welt des Zirkus und der Pariser Bars in Zubickys Schilderungen, "eine Welt zwischen Kindsdressur und schier atemberaubender Freiheit". Diese Welt, so Ohland, nimmt ein abruptes Ende unter dem Naziregime, das Zubiskys "Zirkusgeschichte" zu einer "Flüchtlingsgeschichte" macht, deren Endstation Auschwitz heißt. Zubickys Stärke liegt für die Rezensentin weniger im Literarischen als im "Authentischen", und zwar im nicht-abgedroschenen Sinne. Diese Echtheit lasse den Leser dann auch das einstweilige "Pathos" verwinden, mit dem der Autor "Lehren aus dem Erlebten" zieht. Bei Zubicky habe auch das Schlichteste das Gewicht der Wahrheit.
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