Herausgegeben von Albert Eibl. Mit einem Nachwort von Alexander von Schönburg. Mit Abbildungen. März 1944. Die deutsche Wehrmacht besetzt Ungarn. Als Jude wird der gerademal 20-jährige Carl Laszlo mit seiner gesamten Familie aus seiner Heimatstadt Pécs (Fünfkirchen) nach Auschwitz-Birkenau deportiert. 45 seiner Familienmitglieder werden sofort bei ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Der junge Mann übersteht eine erste Selektion durch Dr. Josef Mengele. Doch Auschwitz ist erst der Anfang. Bis zu seiner Befreiung durch heranrückende sowjetische Truppen im Frühjahr 1945 durchlebt Laszlo die Hölle der nationalsozialistischen KZ-Vernichtungsmaschinerie in vier weiteren Todeslagern: Sachsenhausen, Buchenwald, Ohrdruf und Theresienstadt. Der 1955 erstmals unter dem düster-ironischen Titel "Ferien am Waldsee" publizierte und seitdem zu Unrecht in Vergessenheit geratene fiktionalisierte Überlebensbericht des später in Basel und darüber hinaus weithin bekannten Kunstsammlers, Schriftstellers und Psychoanalytikers Carl Laszlo (1923-2013) ist eines der frühesten literarischen Zeugnisse des Holocaust - und ein seltenes Dokument der ästhetischen Bewältigung des letztlich unsagbar bleibenden Grauens.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2020
Rezensent Alex Rühle wünscht den Erinnerungen von Carl Laszlo an seine Zeit in Auschwitz die Würdigung, die er seiner Meinung nach verdient. Für Rühle ist der erstmals 1955 veröffentlichte Text ein großes zeithistorisches Dokument, dessen Titel in die Irre führt. Eine Idylle hat der Leser laut Rühle nicht zu erwarten. Stattdessen den verzweifelten, nie gelingenden, in nüchterne Worte wie auch in das ein oder andere Stereotyp gefassten Versuch des Autors, sein verlorenes Leben mit den Erfahrungen von Vernichtung, Hunger und Folter im Lager in Übereinstimmung zu bringen. Für eine nächste Ausgabe wünscht sich Rühle schon jetzt einen Leben und Werk des Autors erschließenden historischen Kommentar.
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